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Nach Coronaschock: Viele Menschen wollen weniger arbeiten

Mehrheit der Beschäftigten für kürzere Arbeitszeiten, zeigen neue Studien

Die Corona-Krise befeuert weiter das Ringen um neue Arbeitszeitmodelle. Je länger die Wirtschafts- und Gesundheitskrise dauert, desto klarer wird, dass wir wirksame Instrumente brauchen, um Jobs und Beschäftigung in unserem Land zu sichern. Während Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer Arbeitszeitverkürzung als „vollkommen falsches Modell“ abtut, ist sie für ArbeitsmarktexpertInnen – aber auch immer mehr Firmenchefs – der richtige Weg, um Arbeit zu schaffen.

Kürzere Arbeitszeiten bedeuten, dass Arbeit auf mehr Menschen aufgeteilt wird und so entstehen mehr Jobs. Kürzere Arbeitszeiten bedeuten aber auch zufriedenere und gesündere Beschäftigte, höhere Produktivität und bessere Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Freizeit. Wie die Menschen in Österreich zu einer Arbeitszeitverkürzung stehen, bringen jetzt neue Studien ans Tageslicht. 

Weniger arbeiten, um Jobs zu sichern  

Die Kurzarbeit gilt in der Krise als Wunderwaffe, um Arbeitsplätze zu erhalten. Um Jobs weiter zu sichern und einer drohenden Kündigungswelle nach Ablauf des Kurzarbeitsmodells entgegenzuwirken, sind laut einer neuen Studie der Uni Wien 54 Prozent der Befragten bereit, weniger zu arbeiten. Drei von zehn Befragten wollen ihre Wochenarbeitszeit sogar um mehr als einen Arbeitstag reduzieren.

Die hohe Bereitschaft, weniger Zeit in der Arbeit zu verbringen, bestätigt auch die aktuelle Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria (S.41-42) – demnach will rund eine halbe Million ArbeitnehmerInnen ihre Arbeit wesentlich, und zwar um mehr als fünf Stunden, reduzieren. Übrigens: Auch in der ÖGB-Social Media Community steht die Vier-Tage-Woche hoch im Kurs: 82 Prozent hätten diese gerne.

Kürzere Arbeitszeiten als neue Normalität  

Im Lockdown wurde nicht nur unser privates Leben heruntergefahren, sondern auch unsere Arbeitszeiten. Nach dem Wiederhochfahren der Wirtschaft arbeiten viele ArbeitnehmerInnen bereits wieder wie vor dem Lockdown. Das kommt oft nicht gut an – wer im Lockdown weniger gearbeitet hat bzw. in Kurzarbeit war, will eigentlich nicht mehr zu seinen alten Arbeitszeiten zurückkehren, so die Studie der Uni Wien.

Auch jene, die nicht von einer Arbeitszeitveränderung betroffen waren, würden gerne künftig früher nach Hause gehen. Lediglich 28 Prozent der ÖsterreicherInnen möchten dieselbe wöchentliche Normalarbeitszeit wie vor der Corona-Krise. 

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