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Praktikum: Worauf man achten muss

Wer in den Ferien arbeitet, sollte wissen: Geht es um eine Ausbildung oder einen Job?

Infolge der Corona-Pandemie gibt es heuer kaum Ferienjobs für SchülerInnen und Studentinnen. Im Vergleich zum Vorjahr dürften um bis zu 80 Prozent weniger Stellen zu Verfügung stehen, berichtet etwa der Leiter der größten steirischen Jugendinfo- und Jobbörse Logo, Thomas Doppelreiter, laut "Kurier". Seit Anfang Juni gebe es aber einen kleinen Aufschwung und es kämen vermehrt Last-Minute-Angebote aus der Gastronomie sowie für technische Berufe. 

Wer einen der begehrten Ferienjobs oder Praktikums-Stellen ergattert hat, sollte spätestens jetzt einige Fragen klären. Damit der erste Kontakt mit der Arbeitswelt ein positiver ist und am Ende keine bösen Überraschungen warten. Das wichtigste ist, den Unterschied zwischen Ferienjob und Praktikum zu kennen.

Ein Ferienjob muss normal bezahlt werden

Wer in den Ferien einfach nur Geld verdienen will, sucht sich am besten einen Ferienjob. Der ist arbeitsrechtlich ein befristetes Dienstverhältnis und muss dementsprechend laut Kollektivvertrag bezahlt werden. In der Regel gelten auch alle anderen Bestimmungen, die der Kollektivvertrag enthält, wie zum Beispiel Urlaubs-und Weihnachtsgeld.

Wer mehr als ein Monat lang arbeitet, muss einen Dienstzettel erhalten. Philipp Ovszenik, Bundesjugendsekretär der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), empfiehlt aber immer, also auch wenn man weniger als ein Monat arbeitet, auf einen Dienstzettel zu bestehen. Auf diesem müssen nämlich die Tätigkeit, Beginn und Ende der Beschäftigung, das Arbeitsausmaß, Arbeitszeit und Bezahlung festgehalten werden.

Urlaub, Pausen, Versicherung

Wer arbeitet, hat auch eine Pause verdient. „Jugendliche dürfen nur maximal 8 Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche arbeiten, Überstunden sind grundsätzlich verboten“, erklärt der ÖGJ-Bundesjugendsekretär. Ab 4,5 Stunden Arbeit steht Jugendlichen außerdem eine halbe Stunde Pause zu.

„Es immer sinnvoll Arbeitszeiten aufzuzeichnen.“Philipp Ovszenik, Gewerkschaftsjugend

Da der Ferienjob ein normales befristetes Dienstverhältnis ist, hat man in einem Monat zwei Urlaubstage erworben. „Die werden beim Ferienjob nicht immer konsumiert. Daher ist es wichtig am Ende seinen Gehaltszettel zu kontrollieren, ob diese Urlaubstage ausbezahlt wurden“, so der Jugendsekretär. Auf dem Lohn-/ oder Gehaltszettel müssen außerdem das aliquote Urlaubs- und Weihnachtsgeld und allfällige Überstunden angeführt sein. „Und man muss korrekt sozialversichert sein, also krankenlosen-, pensions- und arbeitslosenversichert sein.“

Abschluss auch ohne Praktikum wegen Corona-Virus

Typisch sind etwa die Pflichtpraktika in Berufsbildenden Schulen wie der HTL, HBLA oder HAK. Diese werden im Schul- oder Studienplan vorgeschrieben und sind im Gegensatz zum Ferienjob ein Ausbildungsverhältnis.

Aufgrund der Coronakirse und des mangelnden Angebotes an Pflichtpraktika, können Pflichtpraktika heuer laut Erlass des Bildungsministeriums für SchülerInnen an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMS, BHS) entfallen. SchülerInnen müssten aber glaubhaft darlegen, dass sie trotz mehrerer Bewerbungen keine Stelle bekommen hätten. Dann können sie trotzdem zu abschließenden Prüfungen zugelassen werden.

Was gilt beim Praktikum?

„Kaffeekochen, Kopieren oder andere Tätigkeiten, die nichts mit der Ausbildung zu tun haben, zählen nicht dazu“, weiß Christian Hofmann (GPA-djp). Er ist Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft, die auch PraktikantInnen organisieret und berät.

„Das Problem beim Thema Praktikum ist, dass oft ein Praktikum angeboten wird, die Betroffenen aber normal im Betrieb mitarbeiten, dafür aber nicht entsprechend bezahlt werden.“ Christian Hofmann, GPA-djp

Die Bezahlung im Pflichtpraktikum ist meist niedriger als in einem Ferienjob, weil PflichtpraktikantInnen keine Arbeitskräfte, sondern zur Ausbildung im Betrieb sind. In vielen Branchen gibt es dafür eigene Regelungen im Kollektivvertrag

Worauf achten?

Wichtig ist auf jeden Fall zu wissen, ob man ein Pflichtpraktikum oder einen Ferienjob absolviert. „Wer das nicht weiß, landet dann bei uns in der Beratung, weil sie zum Beispiel in einem Betrieb ganz normal gearbeitet haben, aber mit 200 Euro abgespeist wurden“, erzählt Hofmann. „Das geht natürlich nicht."

In solchen Fällen interveniert die Gewerkschaft für die Betroffenen und erreicht meistens, dass das richtige Gehalt nachbezahlt wird. Wer vorher seine Rechte kennt, kann sich besser vor Ausbeutung schützen und hat dann auch positivere Erlebnisse in der Arbeit und im Praktikum.

Fragen und Hilfe
Bei Fragen zum Thema Praktikum oder für Hilfe können PraktikantInnen und FerienjoberInnen die GPA-djp kontaktieren.

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