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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

9:24 Minuten am Krankenbett

vida und AK starten Offensive für mehr Personal: „In Krankenhäusern arbeiten Menschen und keine Maschinen“

vida und AK starten Offensive für mehr Personal in Krankenhäusern.

Unter dem Motto „Mehr von uns. Besser für alle.“ startet die Gewerkschaft vida heute gemeinsam mit der Arbeiterkammer eine neue Offensive für mehr Personal in Österreichs Krankenhäusern. Seit Jahren drückt sich die Politik davon, bundesweit einheitliche Standards für die Personalplanung in der Pflege festzulegen. Als Krücke für die Berechnung dient ein Tätigkeitskatalog, der den Alltag in Minuten und Sekunden durchtaktet. „Es muss endlich Schluss damit sein, auf Kosten der Gesundheit und der Menschen zu sparen. Für die Politik wird kein Weg daran vorbeiführen, endlich beste Arbeitsbedingungen und hochwertige Ausbildungen in Gesundheitsberufen zu schaffen. In diesen Berufen arbeiten Menschen und keine Maschinen“, betont Gerald Mjka von der Gewerkschaft vida.

Chronische Überlastung

Die MitarbeiterInnen sind das Rückgrat eines Spitalbetriebs: Sie tragen mit ihrer Arbeit wesentlich zur Genesung und zum Wohlbefinden der PatientInnen bei. Gleichzeitig sind sie aber auch immer höheren Arbeitsbelastungen ausgesetzt: Kürzere Krankenhausaufenthalte erhöhen den organisatorischen Aufwand, Gespräche mit Angehörigen nehmen immer mehr Zeit in Anspruch und mit der immer älter werdenden Bevölkerung steigen auch komplexe Krankheitsbilder, wie zum Beispiel Demenz. Diese und ähnliche Faktoren haben dazu geführt, dass viele Beschäftigte an ihren psychischen und physischen Grenzen angelangt sind und ihre Arbeit nicht mehr so erledigen können, wie sie das gerne würden. Zahlreiche ungeplante Dienste durch Einspringen sowie sehr viele Überstunden verschärfen die Situation zusätzlich. Kürzere Ruhezeiten und verlängerte Arbeitszeiten werden zudem sicherlich nicht dazu beitragen, dass sich mehr Menschen für Gesundheitsberufe entscheiden.

Gefährlicher Anschlag auf die Gesundheit

Der Handlungsbedarf im Pflege- und Gesundheitsbereich ist groß: Chronische Überlastungen schaden der Gesundheit, das Risiko für Burn-out ist groß. Weil sie den Anforderungen keine 40 Stunden standhalten können, arbeiten viele Beschäftigte in Teilzeit – mit all den negativen Auswirkungen. Dazu kommt, dass für Menschlichkeit und Zuwendung am Krankenbett viel zu wenig Zeit bleibt. „Wir haben mittlerweile nur mehr 9 Minuten und 24 Sekunden, um uns um sterbende Menschen zu kümmern. So wenig ist der Politik offenbar ein Menschenleben nur mehr wert“, sagt Martina Reischenböck, diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und Betriebsratsvorsitzende im Krankenhaus Ried (OÖ) der Barmherzigen Schwestern, und fügt hinzu: „Heilung braucht Zeit und Zuwendung. Wir möchten PatientInnen und Angehörigen mehr davon geben können.“

Höchste Zeit zum Handeln

Krankenhäuser sind keine Fabriken und Menschen keine Autos, an denen man im Akkord herumschraubt. Das Personal in Österreichs Spitälern kümmert sich um Kranke und Verletzte. Die Gewerkschaft vida und die AK fordern die verantwortlichen Entscheidungsträger zum sofortigen Handeln auf. Als Akutmaßnahme, um drohende Engpässe zu verhindern, ist eine sofortige Aufstockung des Personals in Krankenhäusern um 20 Prozent notwendig.

Weitere Forderungen:

  • Bundesweit einheitliche, verbindliche Berechnungsmethode für eine bedarfsgerechte Zahl der PflegerInnen
  • Offensive in der Aus- und Weiterbildung, um auch mittel- und langfristig sicherstellen zu können, dass ausreichend PflegerInnen ausgebildet werden, damit PatientInnen in den Spitälern gut betreut werden

In den kommenden Monaten will die Gewerkschaft mit verschiedensten Aktionen auf die Situation der Beschäftigten in den Krankenhäusern aufmerksam machen. Wer die Petition unterstützen möchte, kann das hier machen.

Mehr Informationen:
"Mehr von uns. Besser für alle."
 

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