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Gewalt in Spitälern vorbeugen? So geht's!

Konfliktsituationen sind sowohl für MitarbeiterInnen als auch PatientInnen sehr belastend

Es gibt viele Maßnahmen, die Unternehmen setzen können, um Gewalt vorzubeugen.
Es gibt viele Maßnahmen, die Unternehmen setzen können, um Gewalt vorzubeugen.

„Gewalt und Aggression in den Gesundheits- und Sozialeinrichtungen wird es immer geben“, sagt Dr. Harald Stefan, Bereichsleiter Pflege in der Psychiatrie des Krankenhauses Rudolfstiftung und Gewaltpräventionsexperte. Warum das so ist, lässt sich einfach erklären: Die Menschen, die ins Kranken- oder Pflegeheim kommen, befinden sich in einer Ausnahmesituation, haben Angst und Schmerzen und machen sich große Sorgen. „Solche Situationen sind für die PatientInnen sehr herausfordernd und belastend, und in weiterer Folge natürlich auch für das Personal in diesen Einrichtungen“, erklärt er im Gespräch mit oegb.at. Neben Sicherheitsmaßnahmen, die ein Unternehmen setzen kann und muss, gibt es laut Dr. Stefan aber auch viele Möglichkeiten, Gewalt vorzubeugen bzw. erst gar nicht entstehen zu lassen.

Weiße, neutrale Uniformen statt schwarze

So ist er zum Beispiel davon überzeugt, dass das Sicherheitspersonal in Krankenhäusern und Pflegewohnhäusern nicht schwarze Uniformen tragen sollte, weil das bei dem einem oder anderem Patient negative Gefühle verstärken könnte. „Bei uns trägt das Sicherheitspersonal neutrale weiße Oberbekleidung mit der Aufschrift ‚Informations- und Sicherheitsdienst‘, die auch beruhigend wirkt und somit Gewalt vorbeugen kann.“

Dr. Harald Stefan im Gespräch mit einen Mitarbeiter aus dem Sicherheitsdienst.

Außerdem ist das Sicherheitspersonal auf der Psychiatrie in der Rudolfstiftung speziell für den Gesundheitsbereich geschult. „Es werden schmerzfreie Techniken trainiert, falls es zu einem Körpereinsatz kommt. Das ist wichtig, weil jeder Schmerz, der einem Menschen zugefügt wird, noch mehr Aggressionen hervorruft“, erklärt Dr. Stefan.

Freundliche Umgebung schaffen

Wenn es um Gewalt am Arbeitsplatz geht, dann spielt auch die räumliche Umgebung eine große Rolle. „Eine freundliche Umgebung mit breiten Gängen, in der sich PatientInnen wohlfühlen und ihren Bedürfnissen nachgegangen wird, kann vorbeugend wirken“, erklärt der Gewaltpräventionsexperte. Wird eine Einrichtung neu errichtet oder renoviert, ist es daher auch wichtig, die Erfahrungen und das Wissen der MitarbeiterInnen miteinzubeziehen. „Sie sind es, die vor Ort arbeiten und am besten wissen, was benötigt wird“, erklärt er. Als weitere Faktoren, um Gewalt vorbeugen und MitarbeiterInnen mehr Sicherheit bieten zu können, nennt er vor allem zwei Punkte:

  • die technische Ausstattung: In der Psychiatrie gibt es ein Notfall-Alarmsystem und die MitarbeiterInnen wissen, wenn sie diesen Knopf drücken, werden alle KollegInnen in diesem Bereich informiert und innerhalb weniger Minuten ist Hilfe zur Stelle.
  • MitarbeiterInnen-Schulungen in Gesprächskultur, nonverbaler Kommunikation und Konfliktmanagement: Erst dann, wenn man versteht, woher die Aggression kommt, kann man auch präventiv handeln.

Alle müssen wissen, was zu tun ist

Auch wenn all diese Punkte erfüllt sind, kann es trotzdem zu Gewaltausbrüchen kommen. „In Deeskalationsschulungen lernen unsere MitarbeiterInnen, wie sie Konfliktsituationen am besten lösen können und dabei niemand verletzt wird“, so Dr. Stefan. Als Beispiel dafür nennt er, dass in einer solchen Situation jeder wissen muss, was er/sie zu tun hat und nur eine Person mit dem Patienten kommuniziert und alle anderen sich leise und ruhig verhalten.

Insgesamt ist es aber für MitarbeiterInnen nicht nur wichtig zu wissen, was sie machen müssen, sie müssen sich auch sicher sein können, dass das Management hinter ihnen steht, ihre Ängste und Sorgen ernst nimmt und sie bei der Bewältigung unterstützt.

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