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Gleiche Leistungen für alle Versicherten

Der von der türkis-blauen Regierung in die Wege geleitete Kassenumbau hat viele Veränderungen mit sich gebracht. Aus neun Gebietskrankenkassen wurde eine Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und diese ist bereits mit einem Minus von 70 Millionen Euro in das neue Jahr gestartet – für Ende des Jahres 2020 soll das Defizit gar auf 174 Millionen Euro ansteigen. Nicht zuletzt wurde in der neuen ÖGK die Selbstverwaltung abgeschafft.

Immer noch keine gleichen Leistungen

Eines steht allerdings noch aus: Die von Kurz und Strache versprochenen gleichen Leistungen für alle Versicherten sind weiterhin noch nicht umgesetzt worden. "Gleiche Leistung für gleiche Beiträge", hatte die türkis-blaue Regierung im Mai 2018 versprochen. Aber immer noch unterscheiden sich die Leistungskataloge für die Beitragszahler der verschiedenen Krankenkassen. Heute sind Kosten wie beispielsweise Schuheinlagen, Mundhygiene und Psychotherapie immer noch unterschiedlich.

Die Leitende Sekretärin des ÖGB, Ingrid Reischl, fordert daher eine rasche Leistungsharmonisierung – also dieselben Leistungen für alle: „Von den ArbeiterInnen und Angestellten bis hin zu den Selbstständigen müssen die Leistungen über alle Krankenversicherungsträger hinweg gleich sein“. Das sei eine Frage der Gerechtigkeit.

Faire Verteilung des Risikos

Finanziert werden soll das Ganze über einen sogenannten Risikostrukturausgleich. Dadurch werden Risikounterschiede zwischen den Krankenkassen fair aufgeteilt. Das bedeutet also einen finanziellen Ausgleich zwischen Trägern mit überdurchschnittlich vielen gut verdienenden Versicherten einerseits und jenen Kassen, in denen auch Menschen mit niedrigem oder keinem Einkommen versichert sind, andererseits.

Dabei muss das Rad nicht neu erfunden werden. Ein Blick über die österreichischen Grenzen hinaus zeigt: Ein finanzieller Ausgleich zwischen den Krankenversicherungen ist bereits gelebter Alltag. In Deutschland etwa werden 100 Prozent aller Beiträge zwischen den Trägern neu verteilt. Und auch in Belgien, den Niederlangen und der Schweiz ist ein Ausgleich zwischen den Kassen bereits Realität.

Definition 
Der Risikostrukturausgleich teilt die finanziellen Risikounterschiede zwischen den Krankenkassen fair auf. Das bedeutet also einen finanziellen Ausgleich zwischen Trägern mit überdurchschnittlich vielen gut verdienenden Versicherten und jenen Kassen, in denen auch Menschen mit niedrigem oder keinem Einkommen versichert sind.

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