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"Risikoausgleich ermöglicht Gesundheitssystem auf höchstem Niveau."

Ingrid Reischl erklärt im oegb.at-Interview warum

Oegb.at: Die zentrale Forderung des ÖGB lautet: Gleiche Leistungen für alle Versicherten. Wie kann dieses Ziel erreicht werden?

Reischl: Ein gut funktionierendes Gesundheitssystem muss allen Versicherten gleiche Leistungen auf höchstem Niveau garantieren. Durch den sogenannten Risikoausgleich wird das möglich. Er schafft eine faire Finanzierung, wodurch gleiche Leistungen für alle ermöglicht werden.

Was ist ein Risikoausgleich denn genau?

Im Detail schafft der Risikoausgleich eine solidarische Voraussetzung zur Finanzierung der unterschiedlichen Krankenkassen. Beispielsweise könne damit der höhere Versorgungsbedarf in Großstädten oder geringere Einnahmen von Geringverdienenden ausgeglichen werden. Denn: In manchen Krankenversicherungen sind vermehrt Menschen versichert, die überdurchschnittlich gut verdienen. Gleichzeitig sind in anderen Trägern überdurchschnittlich viele Versicherte, die nur geringe Beiträge leisten oder unter chronischen Krankheiten leiden.

Der Risikoausgleich teilt also dieses finanzielle Risiko zwischen den Krankenkassen fair auf. Das klingt aber auch nach viel Vorplanung, geht das so auf die Schnelle?

Nein, wir müssen uns dem Ziel schrittweise nähern. Der Risikoausgleich ist nicht von heute auf morgen möglich. Dazu braucht es fundierte wissenschaftliche Analysen und Modelle. Eine Möglichkeit, um rasch die notwendigen finanziellen Mittel zu Verfügung zu stellen, könnte die Weiterentwicklung des Systems der sogenannten Hebesätze sein. Diese Hebesätze sind ein bereits bestehendes Ausgleichsinstrument im Sozialversicherungssystem. Durch eine Angleichung aller Sätze könnten die Krankenversicherungen für PensionistInnen gleich viel erhalten wie die SVS für pensionierte Landwirte, die aktuell den höchsten Hebesatz haben. Das kann aber auch nur eine Zwischenlösung sein…  

…um dann den Risikoausgleich einzuführen. Gibt es so einen Risikoausgleich in anderen Ländern?

Den gibt es beispielsweise in Deutschland oder in der Schweiz.Was dort bereits gelebte Realität ist, könnte damit auch in Österreich zu mehr Solidarität in der Versichertengemeinschaft führen. Auch in Belgien oder den Niederlanden kommen ähnliche Ausgleichmodelle zur Finanzierung des Krankenversicherungssystems zum Einsatz. Dieser Ausgleichsmechanismus schafft mehr Gerechtigkeit über alle Krankenversicherungsträger hinweg.

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