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Keinen Daumen hoch, keinen Daumen runter

Warum wir unser Gesundheitssystem ausbauen und unsere Intensivbetten behalten müssen

Noch sind uns die Bilder aus Italien erspart geblieben. Glücklicherweise. Keine überfüllten Krankenhäuser. Keinen Daumen hoch, keinen Daumen runter von überforderten ÄrztInnen, die in der Stunde entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer alleine gelassen wird.

Kritik schon am Anfang der Pandemie

Trotzdem mehren sich in letzter Zeit die Stimmen, dass das Gesundheitssystem überfinanziert sei. Argumente dafür liefert seit Jahren schon der Rechnungshof: Akutbetten sollten abgebaut werden, denn Österreich würde sich im internationalen Vergleich übermäßig viele davon leisten, lautet die Kritik. Das Geld dafür könnte man doch viel besser in andere Bereiche investieren, heißt es. Und je nach Rechenart werden große Summen ins Spiel gebracht. Der Rechnungshof stellte ein Einsparungspotential von 4,75 Milliarden Euro fest und sprach von „Überkapazität“.

Jahrelange Weitsicht darf nicht abgebaut werden

Doch so einfach ist das nicht. Österreichs Krankenanstalten kamen bisher nur deshalb gut über die Runden, weil es ausreichend Budget gab. Das war auch der jahrelangen Weitsicht vorheriger gesundheitspolitischer Entscheidungen geschuldet. Noch. Es kam bislang noch zu keinen Schreckensberichten aus der Intensivmedizin, weil auch die Betreuung von PatientInnen ohne COVID-19-Infektion heruntergefahren wurde, um möglichst viel Kapazität für den Fall zu haben, dass eine Infektionswelle anrollt.

Wie die Ärztekammer in einer aktuellen Aussendung mitteilt, wurden bereits vor der Krise mehr als 300 Vollzeitstellen im ärztlichen Bereich in den Wiener Spitälern eingespart. Dabei brauche es nicht weniger, sondern mehr Ärzte und Ärztinnen und mehr Ausbildung in diesem Bereich. Außerdem hat die gute Bettenzahl in der Coronakrise eine vertrauensbildende Funktion gehabt.

Einsparungen gab es schon

Nicht vergessen darf man auch, dass von 2008 bis 2018 die tatsächliche Bettenzahl in den Fondskrankenanstalten (öffentliche finanzierte Krankenanstalten) bereits um 4.416 Betten auf 44.183 zurückgenommen worden ist. Allein im Jahr 2018 brachte dies eine Kostenersparnis von mehr als 800 Millionen Euro. Wenn man das auf 10 Jahre rechnet, dann sind das schon rund 4,2 Milliarden, die eingespart wurden. Nur die Personalquote pro Bett ist in diesem Zeitraum gestiegen.

Und zu guter Letzt stehen wir laut führenden Virologen weiterhin am Anfang einer weltweiten Pandemie, es können also weiterhin mehrere große Infektionswellen, beispielsweise im Herbst oder im Winter, folgen. Von „gut davongekommen“, wie manche jetzt schon sagen, können wir noch nicht reden, weil wir noch einen langen Weg vor uns haben. Jedenfalls bis zum Impfstoff.

Und auch der Rechnungshof ist mit seinen Analysen mittlerweile zurückgerudert. "Ganz Österreich wird seine Lehren aus der Corona-Krise ziehen müssen. Da ist der Rechnungshof keine Ausnahme", sagte Präsidentin Margit Kraker erst kürzlich. Schon länger stehe bei den Prüfungen nicht mehr die Einsparung, sondern der Nutzen für die Bürger im Vordergrund. Es braucht also weiterhin eine Gesundheitsoffensive und keine Einsparungsmaßnahmen, um ein gutes Gesundheitssystem für alle und ausreichend Intensivmedizin für Akutfälle zu ermöglichen.

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