Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Fragen und Antworten zur Kurzarbeit

Kurzarbeit ist unverzichtbares Modell zur Sicherung von Arbeitsplätzen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Wie die Tageszeitung Standard berichtet, wird bei der Voest in Kindberg Kurzarbeit angedacht. Kurzarbeit sichert in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Arbeitsplätze, ist aber nur mit gewerkschaftlicher Mitbestimmung ein unverzichtbares Modell.

Kurzarbeit bedeutet die befristete Herabsetzung der Normalarbeitszeit auf Grundlage einer arbeits- und lohnrechtlichen Vereinbarung (Sozialpartnervereinbarung). Ziel ist es, die Beschäftigten bei unvorhersehbaren und vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu sichern.

Mit Kurzarbeit kann ein zeitlich begrenzter Engpass infolge eines vorübergehenden Ausfalls von Aufträgen oder von Zulieferungen bzw. Betriebsmitteln überbrückt und für die Qualifizierung der betroffenen ArbeitnehmerInnen genutzt werden.

Die ArbeitnehmerInnen erhalten vom/von der ArbeitgeberIn anstelle des Arbeitsverdienstes für jede Ausfallsstunde eine Kurzarbeitsunterstützung bzw. für jede, für die Qualifizierung verwendete Ausfallsstunde eine Qualifizierungsunterstützung. Durch die Förderung des AMS werden dem/der ArbeitgeberIn die Kosten der Kurzarbeitsunterstützung bzw. der Qualifizierungsunterstützung in Höhe der pro Ausfallsstunde festgelegten Pauschalsätze ersetzt.

Voraussetzungen

  • Vorübergehende (nicht saisonbedingte) wirtschaftliche Schwierigkeiten

  • Verständigung des AMS über bestehende Beschäftigungsschwierigkeiten sechs Wochen vor Einführung bzw. vier  Wochen vor Verlängerung der Kurzarbeit (sofern keine anderen Fristen vereinbart werden)

  • Beratung über anderweitige Lösungs- und Unterstützungsmöglichkeiten ( Erstgewährung) unter Einbeziehung des Betriebsrates und der Kollektivvertragsparteien.

  • Arbeitszeitausfall im Kurzarbeitszeitraum durchschnittlich nicht unter 10% und nicht über 90% der gesetzlich oder kollektivvertraglich festgelegten oder – bei Teilzeitbeschäftigten, der vereinbarten Normalarbeitszeit.

  • Sozialpartnervereinbarung über die näheren Bedingungen der Kurzarbeit, insbesondere über den Geltungsbereich, den Kurzarbeitszeitraum sowie die Aufrechterhaltung des Beschäftigtenstandes während der Kurzarbeit und einer allenfalls darüber hinausgehenden Behaltefrist.

  • Festlegungen der Grundzüge des Ausbildungskonzeptes und der Höhe der Qualifizierungsunterstützung im Rahmen der Sozialpartnervereinbarung.

  • Bei Naturkatastrophen oder vergleichbaren Schadensereignissen ist die Verständigung und Beratung unmittelbar nach Eintritt des Ereignisses und – anstatt der Sozialpartnervereinbarung - eine Vereinbarung auf betrieblicher Ebene erforderlich.

WER ?

Förderbar sind alle ArbeitgeberInnen - ausgenommen sind der Bund, die Bundesländer, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie sonstige juristische Personen öffentlichen Rechts.

Förderbar sind alle ArbeitnehmerInnen, die aufgrund von Kurzarbeit einen Arbeitsausfall erleiden, der mit einem Verdienstausfall verbunden ist - ausgenommen sind Lehrlinge und Mitglieder der geschäftsführenden Organe. Überlassene Arbeitskräfte sind förderbar, wenn sie im Beschäftigerbetrieb von Kurzarbeit betroffen sind.

WIEVIEL ?

Die für die Kurzarbeitsunterstützung pro Ausfallstunde festgelegten Pauschalsätze richten sich nach den Aufwendungen, die der Arbeitslosenversicherung für Arbeitslosengeld zuzüglich der Sozialversicherungsbeiträge entstünden. Die für die Qualifizierungsunterstützung festgelegten Pauschalsätze beinhalten einen Zuschlag für schulungsbedingte Mehraufwendungen im Ausmaß von 15%.

Für die jeweilige Höhe des Pauschalsatzes ist die geltende gesetzlich oder kollektivvertraglich festgelegte Normalarbeitszeit, das monatliche Bruttoentgeld zuzüglich der anteiligen Sonderzahlungen vor Beginn der Kurzarbeit und die jeweilige Anzahl der Kinder maßgeblich.

WIE LANGE ?

Die Dauer ist zunächst mit höchstens sechs Monaten beschränkt. Liegen die Voraussetzungen weiterhin vor, kann eine Verlängerung um jeweils maximal sechs Monate erfolgen. Der maximale Beihilfenzeitraum insgesamt beträgt 24 Monate.

WO ?

Die Zuständigkeit der regionalen Geschäftsstelle des AMS (Verständigung und Beratung) richtet sich nach dem Betriebsstandort.
Das Kurzarbeitsbegehren für ein oder mehrere Betriebsstandorte im Bundesland ist bei der jeweiligen AMS-Landesgeschäftsstelle drei Wochen vor Beginn bzw. Verlängerung der Kurzarbeit einzubringen (sofern keine anderen Fristen vereinbart werden).

Ähnliche Themen:

Opel-Stellenabbau trifft Ältere. Regierung muss dringend in hochwertige Arbeitsplätze investieren 16.01.2020

Klima verändert Arbeitsmarkt

Politik muss aktiv werden und negative Auswirkungen für ArbeitnehmerInnen abfedern
Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) 04.12.2019

Susanne Hofer: „Ich bin mit ganzem Herzen dabei“

Was ihre Pläne sind, und warum sie sich engagiert, erklärt die ÖGJ-Vorsitzende im oegb.at-Interview.
Barrieren in den Köpfen abbauen. Warum es Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt nach wie vor schwer haben 03.12.2019

Barrieren in den Köpfen abbauen

Warum es Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt nach wie vor schwer haben
Newsletterauswahl

Newsletter – ÖGB kompakt

Wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Preisvorteile vom und rund um den ÖGB erhalten!
Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.

Artikel weiterempfehlen

Wir sind für Sie Da!
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Johann-Böhm-Platz 1
A-1020 Wien
Telefon: +43 / 1 / 534 44 39
e-Mail: oegb@oegb.at
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt English