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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Dienstverhinderung bei Sturm?

Am Wochenende wütete Sturmtief Sabine bereits in Deutschland
Am Wochenende wütete Sturmtief Sabine bereits in Deutschland

In Deutschland fegte Sturmtief „Sabine“ schon mit Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als hundert Stundenkilometern über große Teile des Landes hinweg. Bald erreicht „Sabine“ auch Österreich. Als Vorsichtsmaßnahme wurden Parks und weitere öffentliche Einrichtungen bereits gesperrt. Auch rund 30 Flüge zwischen Wien und westeuropäischen Destinationen wurden am Montag gestrichen. Was passiert eigentlich, wenn man durch die extreme Wetterlage nicht in die Arbeit kann oder zu spät kommt?

Wer aufgrund von Naturereignissen wie heftigen Stürmen, Schneefällen, Überflutungen und Murenabgängen gar nicht oder nicht pünktlich zur Arbeit kommen kann, braucht keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. "Es handelt sich um einen Verhinderungsgrund, der das Fernbleiben rechtfertigt", so ÖGB-Arbeitsrechtsexperte Martin Müller.

Wenn Schule und Kindergarten geschlossen bleiben

Das Gleiche gilt für den Fall, dass Eltern bei ihren Kindern bleiben müssen, weil Kindergarten oder Schule wegen des Unwetters geschlossen bleiben und sie keine andere Möglichkeit für die Kinderbetreuung haben.

Alles Zumutbare unternehmen, um in die Arbeit zu kommen

Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin muss aber alles ihm bzw. ihr Zumutbare unternehmen, um den Arbeitsplatz rechtzeitig zu erreichen. In diesem Fall kann der Arbeitgeber eine Verspätung oder das Fernbleiben auch nicht zum Anlass für eine Entlassung nehmen. Einfach daheimbleiben, das geht also nicht. Außerdem muss der Arbeitgeber vom Zuspätkommen oder der Verhinderung informiert werden.

Entgeltfortzahlung im Katastrophenfall

In Katastrophenfällen gibt es die gesetzlich geregelte Entgeltfortzahlung. Seit 2014 gilt diese nicht nur für Angestellte, sondern auch für ArbeiterInnen. Während bei Angestellten der Entgeltfortzahlungsanspruch beim Ausfall in der Arbeit gesetzlich geregelt ist, gab es bis 2013 bei den ArbeiterInnen abweichende Regelungen. Der ÖGB hatte sich erfolgreich für diese Angleichung eingesetzt.

Für Angestellte regelt § 8 Abs. 3 Angestelltengesetz, wann trotz Dienstverhinderung das Entgelt weiterbezahlt werden muss. Dieser Gesetzesstelle zufolge behalten Angestellte den Anspruch auf Entgelt, wenn sie durch wichtige, ihre Person betreffende Gründe ohne Verschulden während einer verhältnismäßig kurzen Zeit an der Dienstleistung verhindert sind.

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