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Corona: Es gibt keinen Grund, ArbeitnehmerInnen zu kündigen

Kurzarbeit ist nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für Unternehmen die sinnvollste Lösung

16.000 Menschen sind am Montag, 16. März, bereits beim AMS als arbeitslos gemeldet worden, obwohl das vielfach nicht notwendig gewesen wäre. Die Corona-Kurzarbeit sichert nicht nur ArbeitnehmerInnen, sondern auch Arbeitgeber finanziell ab. Es gibt daher für Unternehmen keinen Grund mehr, ArbeitnehmerInnen zu kündigen.

„Schicken Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in die Arbeitslosigkeit, nützen Sie die Corona-Kurzarbeit!“ 
ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian

Damit mehr Unternehmen als bisher die Corona-Kurzarbeit für ihre MitarbeiterInnen nutzen, ist ab sofort eine Kostenübernahme der Dienstgeberbeiträge für die Sozialversicherung schon ab dem ersten Monat (statt erst ab dem vierten Monat) möglich. Darauf konnten sich die Sozialpartner mit der Regierung einigen. „Mit diesem Paket ist nun die größtmögliche finanzielle Unterstützung für Unternehmen garantiert“, sagt ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

Kurzarbeit statt Kündigungen

„Die letzte große Wirtschafts- und Finanzkrise 2007/08 hat gezeigt, dass durch das Gegensteuern der damaligen Regierung eine schwere Depression verhindert wurde. Eine der damals erfolgreichen Instrumente war die Kurzarbeit“, ruft ÖGB-Volkswirtschaftsexperte Georg Kovarik in Erinnerung. „Sie hat dazu beigetragen, dass die Unternehmer die Beschäftigten nicht sofort gekündigt hatten. Dadurch waren die ArbeitnehmerInnen in ihrer Kaufkraft nicht allzu stark geschwächt, der Konsum brach nicht ein.“

"Mit dem neuen Kurzarbeitsmodell ist in kürzester Zeit ein Werkzeug geschaffen worden, das Betrieben hilft, ihre Beschäftigten zu halten." 
ÖGB-Arbeitsmarktexperte Alexander Prischl

„Mit dem neuen Kurzarbeitsmodell ist in kürzester Zeit ein Werkzeug geschaffen worden, das Betrieben hilft, ihre Beschäftigten zu halten. Wir erwarten uns daher auch, dass jeder Betrieb sich dieses Instrument zumindest einmal ansieht und prüft, ob es für ihn machbar ist“, sagt ÖGB-Arbeitsmarktexperte Alexander Prischl. Jeder einzelne Unternehmer habe auch eine gesellschaftspolitische Verantwortung.

Betriebe sollten ihre Fachkräfte halten

„Nach Bewältigung der gesundheitlichen Krise ist es dringend notwendig, eine noch größere wirtschaftliche Krise zu verhindern. Dazu werden die Betriebe ihre Fachkräfte wieder brauchen. Wenn man sie einfach kündigt, werden sie sich dann aber in alle Richtungen verstreut haben“, so Prischl. Wenn es wieder Aufträge gibt und es weitergeht, können Unternehmen durch die Kurzarbeit jederzeit sofort wieder auf ihre Mitarbeiterinnen zurückgreifen.

Wenn man MitarbeiterInnen
jetzt einfach kündigt, fehlen sie
dann, wenn es wieder weitergeht.

ÖGB-Volkswirt Georg Kovarik verweist außerdem auf die Vorteile von Kurzarbeit für die Firmen, die auch viele Wirtschaftsforscher beschreiben:

  • Die Qualifikation der MitarbeiterInnen bleibt erhalten.
  • Die Anpassung der Produktionsabläufe ist zumeist leichter zu bewältigen als durch eine reine Verringerung des Personalstands, Kurzarbeit lässt sich auch besser auf die unterschiedliche Auftragslage nach Betrieben abstimmen.
  • Die Krise wird dadurch leichter bewältigt.
  • Die „corporate identity“ in den Unternehmen wird dadurch gestärkt.
  • Die Spaltung der Gesellschaft in immer weniger Beschäftigte und mehr Arbeitslose kann dadurch hoffentlich vermieden werden.

In diesem Sinne appelliert auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian an alle Unternehmerinnen und Unternehmer: „Schicken Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in die Arbeitslosigkeit, nützen Sie die Corona-Kurzarbeit!“ 

ÖGB-Arbeitsrechtsexerte Martin Müller erklärt, wie die Corona-Kurarbeit funkioniert

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