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ÖGB - Österreichischer Gewerkschaftsbund

Tag der Arbeitslosen im Jahr 2020 mit Rekordhoch

Um Menschen vor Armut zu schützen, muss das Arbeitslosengeld erhöht und die Bezugsdauer ausgeweitet werden

Der 30. April ist mittlerweile traditionell der „Tag der Arbeitslosen“. Der richtige Zeitpunkt, um darauf aufmerksam zu machen, dass aufgrund der Corona-Krise die Arbeitslosenstatistik in Österreich mit mehr als 600.000 Arbeitslosen einen traurigen Rekord erreicht hat.

"Das geringe Arbeitslosengeld drängt viele Menschen in Armut und ist in einem Staat wie Österreich untragbar."Ingrid Reischl, Leitende ÖGB-Sekretärin

Die Leitende ÖGB-Sekretärin Ingrid Reischl mahnt, dass vor allem Arbeitslose mit voller Wucht von dieser Krise getroffen werden. „Sie müssen jetzt mit nur knapp der Hälfte ihres vorherigen Einkommens auskommen. Das drängt viele Menschen in Armut und ist in einem Staat wie Österreich untragbar“, sagt Reischl.

Leben unter der Armutsgrenze

Reischl fordert erneut, dass das Arbeitslosengeld auf zumindest 70 Prozent Nettoersatzrate erhöht werden muss, um die Menschen gut durch diese Krise zu bringen. Österreich schneidet auch im europäischen Vergleich schlecht ab.

Während Menschen in Deutschland zu Beginn ihrer Arbeitslosigkeit zumindest 60 Prozent ihres letzten Nettoeinkommens bekommen, in Schweden 70 Prozent und in Belgien sogar 90 Prozent, erhalten sie in Österreich gerade einmal 55 Prozent. „Umgerechnet bedeutet das für viele ein Leben unter der Armutsgrenze“, so Reischl. 

ÖGB fordert höheres Arbeitslosengeld und Ausweitung der Bezugsdauer

In dieser wirtschaftlich angespannten Lage sei es für viele außerdem unmöglich, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Der ÖGB fordert daher weiterhin neben einer Erhöhung des Arbeitslosengeldes auch die Ausweitung der Bezugsdauer. „Das würde nicht nur Menschen ohne Arbeit vor einem wirtschaftlichem Totalabsturz bewahren, auch für die Gesamtwirtschaft würde das mehr Kaufkraft bedeuten und den wirtschaftlichen Einbruch abschwächen“, sagt Reischl. Die 600.000 Arbeitslosen und mehr als eine Million Menschen in Kurzarbeit sind ein Warnsignal, die Bundesregierung müsse jetzt handeln.

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