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Europa ist bereit für kürzere Arbeitszeiten

Spanien steuert auf Arbeitszeitverkürzung zu, Österreich hinkt weiter hinterher

Weniger ist mehr! – wenn es um das Thema Arbeitszeit geht, breitet sich dieses Motto in Europa immer weiter aus. Aktuell ist der Ruf nach einer 4-Tage-Woche in Spanien zu hören. Das zuständige Arbeitsministerium prüft, ob die SpanierInnen in Zukunft bei gleichem Lohn oder Gehalt dauerhaft einen Tag weniger arbeiten können.

Hintergrund ist die Corona-Pandemie. Die Verkürzung der Arbeitszeit soll die krisenbedingten Jobverluste abfedern. Auch in der krisengebeutelten deutschen Autoindustrie soll die 4-Tage-Woche Arbeitsplätze sichern.  

Weniger Arbeitstage, mehr Jobs  

Dass eine Arbeitszeitverkürzung auch den stark unter Druck stehenden Arbeitsmarkt in Österreich deutlich entlasten würde, ist wissenschaftlich bestätigt. So könnten Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden, sagt der Soziologe Jörg Flecker von der Uni Wien im oegb.at-Interview: „In Zeiten extrem hoher Arbeitslosigkeit, wie wir sie derzeit haben, ist die bessere Verteilung von Erwerbsarbeit der wichtigste Vorteil. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt und auch andere Probleme zeigen, dass es sich die Gesellschaft nicht leisten kann, die weitere Arbeitszeitverkürzung noch länger aufzuschieben.“

Übrigens: Wie in Spanien sehnen sich auch hierzulande viele Menschen nach weniger Arbeit: Jede/r zweite Beschäftigte in Österreich wünscht sich kürzere Arbeitszeiten

„Länder wie Österreich könnten es sich leisten bei einer Arbeitszeitverkürzung voranzugehen.“ Soziologe Jörg Flecker

Harmlose Schreckgespenster der Wirtschaft  

„Die Arbeitszeitverkürzung ist ein ideales Instrument, um das vorhandene Arbeitsvolumen auf mehrere Menschen aufzuteilen”, steht auch für den ÖGB-Volkswirt Ernst Tüchler außer Zweifel. Allerdings: Nicht nur in Österreich, auch in Spanien stemmt sich die Wirtschaft seit Jahren gegen kürzere Arbeitszeiten. „Das ist ein Kampf, der immer mit einem Nein beginnt“, so der Generalsekretär des spanischen Gewerkschaftsbundes UGT, Pepe Álvarez

In Österreich heißt es gebetsmühlenartig, dass mit einer Arbeitszeitverkürzung die Wirtschaft einbrechen würde und eine riesige Katastrophe drohe. Allerdings: „Schon bei der Forderung nach dem 8-Stunden-Tag im 19. Jahrhundert hat es geheißen, das ist unmöglich, das bringt die Wirtschaft um”, erinnert ÖGB-Arbeitsrechtsexperte Martin Müller. Eingetreten ist das freilich nie.

Bessere Arbeit durch Arbeitszeitverkürzung 

Neben der Schaffung neuer Jobs, sorgen kürzere Arbeitszeiten aber auch dafür, dass die Menschen ihre Arbeit fokussierter und konzentrierter erledigen. Arbeitsreduktion sorgt laut Untersuchungen zudem für zufriedene und engagiertere Beschäftigte. Zufriedenere Beschäftigte sind produktiver und sorgen somit für mehr Profit in ihren Unternehmen. Nach ihrer Arbeit bleibt den Menschen mehr Zeit für die Familien, FreundInnen und Hobbys

Die letzte große Arbeitszeitverkürzung hat es in Österreich in den 1970er-Jahren gegeben. Das ist jetzt 50 Jahre her. Seitdem hat sich viel verändert, so Soziologe Flecker: „Länder mit hoher Produktivität, aber auch jene mit vergleichsweise sehr langen Arbeitszeiten wie Österreich, könnten es sich leisten, voranzugehen. Das hätte auch für das wirtschaftliche Gleichgewicht im Euroraum Vorteile.“ 


Der ÖGB kämpft für kürzere Arbeitszeiten bei vollem Lohn- und Personalausgleich.

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