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Mehr als 80 Prozent für höheres Arbeitslosengeld

Umfrage in Sozialen Medien bestätigt die Forderung des ÖGB, das Arbeitslosengeld zu erhöhen 

Die Corona-Krise bringt viele Menschen auch in eine finanzielle Notlage. Innerhalb von nur 16 Tagen wurden 200.000 Menschen arbeitslos. Damit gibt es in Österreich aktuell rund 560.000 Arbeitslose – der höchste Wert seit 1945. Das Arbeitslosengeld hingegen ist mit 55 Prozent sowohl im Verhältnis zum letzten Nettoeinkommen, als auch im internationalen Vergleich relativ niedrig. Viele arbeitslose Menschen sind aus diesem Grund stark von Armut gefährdet. 

ÖGB Präsident Wolfgang Katzian fordert deshalb eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Nur so können Arbeitslose gut über die Krise kommen. Auf Twitter forderte er außerdem einen leichteren Zugriff auf die Abfertigung NEU während der Zeit der Corona-Maßnahmen. Die Auszahlung solle unabhängig von der Beitragsdauer bei Arbeitgeberkündigung möglich sein und wäre den Betroffenen eine kleine Hilfe. 

ÖGB-Community mit klarer Position 

Bei einer Befragung der ÖGB-Facebook-Community sagen auf die Frage „Soll das Arbeitslosengeld erhöht werden?“ 78 Prozent und damit vier von fünf Personen „Ja“. 22 Prozent verneinen die Frage. Auf Twitter (89 Prozent) und Instagram (88 Prozent) ist die Zustimmung zur Forderung nach einem höheren Arbeitslosengeld im Vergleich zu Facebook etwas höher. 11 bzw. 12 Prozent stimmen der Forderung des ÖGB nicht zu. 

Der Zuspruch für ein höheres Arbeitslosengeld ist auch in den Kommentaren unter der Facebook-Umfrage sichtbar. Elisabeth K. schreibt zum Beispiel: „Alle, die durch Covid-19 arbeitslos geworden sind, gehören genauso besser unterstützt, wie die Betriebe selber, beide sind unerwartet in diese Lage gekommen.“

Dagmar Z. kommentiert mit einem einfachen „unbedingt“, und auch Doris K. ist dieser Meinung: „Ich finde auch, dass zumindest die Covid-19-Arbeitslosen berücksichtigt werden sollen. Viele haben immer gearbeitet, ihren Lebensstil dementsprechend angepasst, und schuldlos plötzlich die Hälfte zu bekommen, ist furchtbar. Zumindest bis die Krise vorbei ist.“ 

„Ich kann nix dafür, dass mich die Firma jetzt gekündigt hat“ 

In vielen Kommentaren weisen die User auch darauf hin, dass Unternehmer um Unterstützungsgelder ansuchen können, Arbeitslose nicht. So auch Günther S.: „Ich möchte nicht mein Haus verkaufen müssen, um schuldenfrei zu sein und in einem Zelt mit meiner Familie leben zu können. Ich kann nix dafür, dass mich die Firma gekündigt hat, die können um Gelder ansuchen. Wo können wir um Hilfsgelder ansuchen? Also wäre es fair, bis zur Wiedereinstellung etwas mehr zu bekommen.“ 

Gerlad V. hingegen würde das Arbeitslosengeld nur für jene erhöhen, die durch die momentane Lage und Situation ihre Arbeit verloren haben.  

„Die Gehälter gehören erhöht, nicht das Arbeitslosengeld“ 

Keinen Zuspruch zur ÖGB-Forderung nach höherem Arbeitslosengeld gibt es beispielsweise von Manfred H. Er ist der Meinung: „Die Gehälter gehören erhöht, damit das Arbeiten sich wieder lohnt, Arbeitsplätze gibt es genug und nicht das Arbeitslosengeld gehört erhöht!!!“ Chris H. entgegnet diesem Kommentar mit einer berechtigten Frage: „Lohn von welchen Jobs? Jemand der im Kontext der Corona Krise und davor seinen Job verloren hat, wird es leider in den nächsten Monaten sehr schwer haben einen neuen zu finden.“ 

Die Forderung nach einem höheren Arbeitslosengeld widerspricht nach Ansicht des ÖGB allerdings nicht der Förderung nach höheren Löhnen und Gehältern. Im Gegenteil: Die Gewerkschaften verhandeln jedes Jahr Lohn- und Gehaltserhöhungen, die in den Kollektivverträgen der einzelnen Branchen festgeschrieben sind.

Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, in die jede/r einzahlt 

Auf den Vorwurf, dass Österreich sich eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes nicht leisten könne, entgegnet Christa B. „Die Wirtschaft wird unterstützt. Die Arbeitnehmer sollen sehen, wo sie bleiben? WOW. Das Land bricht also zusammen, wenn die kleinen Leute auch unterstützt werden?“

Fakt ist: Das Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung, die schlagend wird, wenn Menschen arbeitslos werden. Genau dafür ist sie geschaffen worden. Sowohl alle ArbeitnehmerInnen als Arbeitgeber zahlen in die Arbeitslosenversicherung monatlich Beiträge ein und finanzieren sich dadurch eigenständig. 

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