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Einkommensverteilung: Aufstieg erleichtern!

OECD-Studie empfiehlt bessere Kindergärten, weniger Teilzeit für Frauen, kürzer arbeiten für Männer sowie Erbschaftssteuer

Die soziale Mobilität ist in Österreich gering, heißt: der Aufstieg aus der Niedriglohngruppe zu den GutverdienerInnen ist schwierig. Das hat eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nicht nur festgestellt, sie hat auch Empfehlungen, wie man die Situation verbessern kann: Kindern mit Bildung einen guten Start ins Leben ermöglichen, weniger Teilzeit und mehr Vollzeit für Frauen, kürzere Arbeitszeiten für Männer, Besteuerung von Erbschaften.

Laut der Studie sind die Aufstiegschancen sowohl im Laufe des Lebens als auch von einer Generation zur nächsten gering - oegb.at hat hier berichtet. Es gebe aber erheblichen Spielraum, verstärkt Maßnahmen zur Förderung sowohl der sozialen Mobilität zwischen den Generationen als auch der sozialen Mobilität im Lebensverlauf zu setzen:

Hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung

„Eine qualitativ hochwertige frühkindliche Betreuung, Bildung und Erziehung kann wichtige Impulse zur Aufstiegsmobilität geben“, so die vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie. Die Teilnahme daran, „vor allem der Besuch von Kleinkindergruppen (Krippen), Kindergarten oder Kindergruppe geht tatsächlich mit höherer Bildungsmobilität einher.“ Gelobt wird der verpflichtende Kindergartenbesuch, kritisiert werden hingegen die österreichweit sehr unterschiedlichen Öffnungszeiten und Qualitätsstandards: „Eltern ringen mit einem ungenügenden Angebot an Kinderbetreuungsplätzen und unflexiblen Öffnungszeiten.“

Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich ist gering

Die Bildungsergebnisse hängen in Österreich stärker vom finanziellen Hintergrund ab als in anderen OECD-Ländern. Eine mögliche Ursache sei „die Trennung der Bildungswege (…) im frühen Alter von 10 Jahren (verglichen mit 14 Jahren im OECD-Durchschnitt).“

„Durch die frühzeitige Trennung verringern sich die Möglichkeiten des täglichen Umgangs von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen miteinander, was es Kindern aus sozial benachteiligten Familien erschwert, zu Gleichaltrigen aus bessergestellten Familien aufzuschließen.“

Als gute Ansätze fanden die Ausbildungsverpflichtung und die Ausbildungsgarantie Erwähnung, um die Zahl der vorzeitigen SchulabbrecherInnen zu reduzieren. Empfohlen wird, mehr Geld in jene Schulen zu stecken, die einen höheren Anteil an SchülerInnen aus Familien mit wenig Geld aufweisen – eine Finanzierung, wie sie auch die AK mit ihrem Chancen-Index vorschlägt.

Männer arbeiten zu lang, Frauen nur Teilzeit

Ungleiche Arbeitszeiten und fehlende familienfreundliche Arbeitsplätze reduzieren soziale Mobilität. „Dies könnte unter anderem durch die Verringerung der langen Arbeitszeiten bei Männern und durch den Abbau der Barrieren für Vollzeitbeschäftigung bei Frauen geschehen“, so die Studie. Auch die ÖGB-Frauen warnen regelmäßig vor der Teilzeitfalle.

Vermögen und Erbschaften besteuern, Chancengleichheit verbessern

Vererbung kann die soziale Mobilität beeinträchtigen, insbesondere wenn Vermögen am oberen Rand der Verteilung konzentriert ist und mit anderen Vorteilen verbunden ist, die wohlhabende Eltern ihren Kindern bieten“, so die OECD-Studie. Deshalb wären Vermögens- oder Erbschaftssteuern eine Möglichkeit, die hohe Vermögenskonzentration abzubauen.

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