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Krise darf nicht auf dem Rücken der Frauen ausgetragen werden

Es braucht einen Ausbau und eine Verlängerung der Sonderbetreuungszeit

Die Bundesregierung hat angekündigt, dass die Wirtschaft nach Ostern Schritt für Schritt wieder hochgefahren wird. Ab 14. April sollen also auch kleine Geschäfte, Bau- und Gartenmärkten wieder aufsperren – Schulen und Kindergärten allerdings erst frühestens Mitte Mai wieder für einen Normalbetrieb geöffnet werden.

„Wie sollen die ArbeitnehmerInnen ihre Kinder betreuen, wenn Schulen und Kindergärten weiterhin nicht regulär geöffnet sind? Wenn Geschäfte wieder aufsperren und wieder mehr Menschen arbeiten gehen, dann braucht es auch einen Ausbau der Sonderbetreuungszeit“, fordert ÖGB-Frauenvorsitzende und -Vizepräsidentin Korinna Schumann. „Eltern dürfen hier nicht vom Gutwill der Arbeitgeber abhängig sein. Speziell Frauen, fühlen sich im Stich gelassen und wissen nicht, wie sie ihre Jobs, die Kinderbetreuung und die Bildungsarbeit unter einen Hut bringen sollen.

Eltern wollen Klarheit

Bisher hatten Arbeitgeber Anspruch auf Vergütung von einem Drittel des in der Sonderbetreuungszeit an die Arbeitnehmer gezahlten Entgelts durch den Bund. Die Entscheidung, ob Sonderbetreuungszeit überhaupt gewährt werde, liegt derzeit beim Arbeitgeber, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Elternverbände fordern Klarheit, wann es in Schulen wieder regulären Unterricht geben kann, um Kinder zu unterstützen und Eltern bei der Bildungsarbeit zu entlasten. Sie machen sich sorgen, wie sie in Zukunft weiterhin Kinderbetreuung und Bildungsarbeit leisten sollen und gleichzeitig ihren Job nicht verlieren.

Krise darf nicht auf dem Rücken der Frauen ausgetragen werden. Es braucht einen Ausbau und eine Verlängerung der Sonderbetreuungszeit

ÖGB und Arbeiterkammer fordern daher:

  • Verlängerung der Sonderbetreuungszeit bis zur Wiederaufnahme des Regelbetriebs an Schulen und Kindergärten
  • Rechtsanspruch für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Komplette Kostenübernahme durch den Bund

Frauen leiden unter Mehrfachbelastung

„Der Großteil der Eltern, in erster Linie Frauen, müssen aktuell einerseits weiter ihrer Arbeit nachgehen und gleichzeitig zuhause Kinder betreuen und Bildungsarbeit leisten - manche von ihnen im Homeoffice, ein Großteil von ihnen in besonders gefährdeten Branchen wie der Pflege oder dem Handel“, so Schumann. Die Mehrfachbelastung von Haushalt, Kinderbetreuung und Arbeit auf oft engstem Raum unter einen Hut zu bekommen, führe zu Überforderung, Stress und schwierigen Belastungssituationen.

„Es ist schlicht und einfach nicht möglich, beispielsweise im Home Office die volle Arbeitsleistung zu erbringen und nebenbei auch noch die Kinder zu betreuen und sie bei den Schularbeiten zu unterstützen. Es kann nicht sein, dass die Krise auf dem Rücken der Frauen ausgetragen wird“, betont Schumann.

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