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Ausgebremst

Frauen werden beim Einkommen weiterhin stark benachteiligt. Auch die Corona-Krise hat daran nichts geändert

Die klassischen Rollenbilder zwischen Frauen und Männern halten sich weiterhin hartnäckig. Ein Umdenken auch während der Corona-Krise ist vielfach ausgeblieben. Leider. “Jetzt in dieser Krise sehen wir, dass Frauen 2 Stunden mehr an unbezahlter Arbeit am Tag machen als Männer”, betont Katharina Mader von der Wirtschaftsuniversität Wien in einem ORF-ECO-Beitrag. Und zwar auch bei Paaren, die beide von Zuhause aus arbeiten, also im Home-Office sind. 

Deutlich wird die Ungleichheit auch, wenn wir auf die Einkommensschere blicken: Laut Eurostat, dem europäischen Statistik-Amt, verdienen Frauen im Brutto-Durchschnitt um 19 Prozent weniger als Männer. Der EU-Schnitt liegt bei 15 Prozent.

Auch in den österreichischen Bundesländern zeigen sich große Unterschiede: In Vorarlberg verdienen Frauen um ganze 27 Prozent weniger als Männer. In Wien hingegen liegt die Ungleichverteilung von Einkommen, also der so genannte Gender-Pay-Gap, bei 14 Prozent.

“Kinder oder Karriere”

Zusätzlich wirkt sich die Karenz deutlich auf das Einkommen aus. Hier drängt sich in vielen Partnerschaften irgendwann die Frage nach “Kind oder Karriere?” auf. Denn nach der Geburt des Kindes fällt das Gehalt von Frauen ab und steigt im Laufe der kommenden zehn Jahre nur mehr langsam an.

Einkommensspirale nach unten

Durch Betreuungspflichten, entsteht bei vielen Müttern oftmals eine ungewollte Teilzeitarbeit, die eine Einkommensspirale nach unten auslöst. Insgesamt arbeiten 47 Prozent der Frauen in Österreich in Teilzeit. Das ist einer der höchsten Werte in der EU – der Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten liegt bei nur 32 Prozent.

Ungleiche Behandlung bei Berufen

Auch die Berufswahl macht einen Unterschied. Während Männer in Berufen wie Metalltechnik, Elektrotechnik oder Kfz-Technik um bis zu 8 Prozent mehr verdienen haben es Frauen im Einzelhandel, als Bürokauffrau und als Friseurin deutlich schwerer ein angemessenes Gehalt zu bekommen. Erschwerend kommt hinzu, dass es kaum Lohntransparenz gibt. Über Einkommen wird in Österreich bekanntlich geschwiegen.

Aufstockung Frauenbudget, volle Lohntransparenz

Doch wie kann man aktiv gegensteuern? Der ÖGB fordert gerade in Zeiten überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit eine Aufstockung des Frauenbudgets. Zumindest 50 Prozent der arbeitsmarkpolitischen Fördermittel sollen Frauen zugutekommen. Weiters braucht es verpflichtende Einkommensberichte in allen Unternehmen ab 100 ArbeitnehmerInnen, um volle Lohntransparenz zu gewährleisten.

Mehr Vollzeitarbeit, kostenlose Kinderbetreuungsplätze

“Wir müssen Frauen auch mehr Vollzeitarbeit ermöglichen”, fordert ÖGB-Vizepräsidentin und -Frauenvorsitzende Korinna Schumann. Zusätzlich bedarf es einen kostenlosen Kinderbildungsplatz für jedes Kind ab dem 1. Lebensjahr und einen Ausbau der Betreuungsangebote.

Gleichzeitig braucht es auch mehr Maßnahmen, die einerseits Frauen ermutigen, mehr bezahlter Arbeit nachzugehen, und andererseits Männer ermutigen, mehr unbezahlter Arbeit nachzugehen. Eine Möglichkeit sind Karenzmodelle, die Vätern ermöglichen, mehr Verantwortung in der Kinderbetreuung zu übernehmen. Diese ÖGB-Forderungen könnten jedenfalls dazu führen, dass wir endlich von mehr Gerechtigkeit zwischen Frauen und Männern sprechen können. Am besten möglichst bald. 

Weitere Informationen:

Einkommensunterschied: Ein 10-Jahres-Vergleich

Frauen bekommen für gleiche Arbeit weniger Geld

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