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Burgenland

Sexuelle Belästigung

Neuer Ratgeber für BetriebsrätInnen

Schlechte Witze, zweideutige Anspielungen oder ein „freundschaftlicher“ Klaps: Sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz sind kein Randphänomen. Auch wenn es wenig Statistiken dazu gibt, zeigt der Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich eine Vielzahl an betroffenen Frauen. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen hat bereits schlechte Erfahrungen mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gemacht. „Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt“, sagen Landesrätin Astrid Eisenkopf und AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Die neue Broschüre von AK, ÖGB und Land Burgenland soll Betroffene, aber auch Betriebsräte, im Umgang gegen sexuelle Belästigung unterstützen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist ein weit verbreitetes Problem. Die Zahlen des Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich sprechen eine deutliche Sprache: 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen gaben an, schon einmal mit abfälligen Bemerkungen konfrontiert worden zu sein, 31 Prozent wurden angestarrt und 12 Prozent erlitten sogar schon körperliche Übergriffe.

„Sexuelle Belästigung kann vieles sein: Das reicht von sprachlichem Herabwürdigen bis zu körperlicher Vergewaltigung. Was es aber auf gar keinen Fall ist, ist ein Kavaliersdelikt. Sexuelle Belästigung sollte bei körperlichen Übergriffen zur Anzeige gebracht werden“, betont AK-Präsident Gerhard Michalitsch.
Die neue Broschüre „Sexuelle Belästigung“, die sich vor allem an Betriebsräte richtet, soll sensibilisieren und informieren. Die Themen reichen von der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, über die Möglichkeiten des Betriebsrats, ein Opfer sexueller Belästigung im Betrieb zu unterstützen oder betriebliche Präventionsmaßnahmen – etwa einer Betriebsvereinbarung, bis zu Anlaufstellen für Beratung und weitere Unterstützung – etwa Arbeiterkammer, ÖGB und Frauenberatungsstellen.

"41 Prozent der Frauen ab dem 18. Lebensjahr wurden schon einmal von Männern sexuell belästigt. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist leider immer noch ein Tabuthema. Aus Angst vor den Folgen auf die berufliche Karriere schweigen viele Opfer. Es ist mir wichtig, Gewalt und Mobbing aufzuzeigen und Betroffene zu ermutigen, sich zu wehren“, erläutert Landesrätin Astrid Eisenkopf.

Gewaltfreie Arbeitswelt

Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz ist kein Einzelphänomen. Dabei sind auch Männer betroffen. Daher engagieren sich die ÖGB Frauen Burgenland bereits seit 2016. Das Projekt „Gemeinsam#Gut#Arbeiten – Gewaltfreie Arbeitswelt“ soll zur Verbesserung der Situation in den burgenländischen Betrieben führen. „Unser Ziel ist es, die Arbeitswelt gewaltfrei zu machen, denn Gewalt macht krank und hindert uns daran gemeinsam gut zu arbeiten. Daher freuen wir uns über jede Maßnahme, die uns dabei unterstützt. Diese Broschüre hilft uns, einen weiteren Schritt zu einer gewaltfreien Arbeitswelt zu gehen, die wir nur mit vereinten Kräften erreichen können“, erklärt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Hannelore Binder.

Einen essentiellen Beitrag zur Prävention leisten Betriebsräte. Ihnen kommt eine ganz besonders wichtige Rolle zu. „Betriebsräte sind einerseits Anlaufstelle für Betroffene und können andererseits Präventionsarbeit auf Betriebsebene ins Rollen zu bringen. Zu beiden Themen bietet die vorliegende Broschüre einen guten Einblick“, informiert AK-Expertin Mag. Gabi Tremmel-Yakali und ergänzt: „Ein Ansatzpunkt in der Prävention ist das Thema „Sexuelle Belästigung“ zum Inhalt einer Betriebsvereinbarung zu machen. Darin sollten jedenfalls Rechte und Pflichten sowie mögliche Konsequenzen im Falle einer sexuellen Belästigung geregelt sein. In Hinblick auf die Beratungsgespräche ist es sinnvoll, die ausgewählten Mitglieder der Betriebsratskörperschaft speziell für solche Gespräche zu schulen.“

Die Broschüre wird über die Arbeiterkammer allen Betriebsratskörperschaften zur Verfügung gestellt. Über die ÖGB Frauen wird die Broschüre vor allem an Betriebsrätinnen verteilt. Und auch im Landesfrauenreferat liegt die Broschüre auf. Selbstverständlich ist sie bei allen 3 beteiligten Organisationen auch online bzw. telefonisch bestellbar.

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