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Burgenland

Reden wir miteinander!

ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian auf Burgenlandtour

„ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian ist heute erstmals im Burgenland unterwegs, um zu erfahren, was die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt, was sich für sie ändern soll. Kurz gesagt: Was sie für ein besseres Leben brauchen“, erklärt ÖGB-Landessekretär Andreas Rotpuller.

Unter dem Motto „Reden wir Miteinander!“ macht ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian auf seiner Bundesländertour heute Station im Burgenland. Im Zuge dessen wird er bei Betriebs- und Baustellenbesuchen mit ArbeitnehmerInnen ins Gespräch zu kommen. Außerdem gibt es für alle Gewerkschaftsmitglieder die Möglichkeit bei einer Abendveranstaltung mit dem ÖGB-Präsidenten zu diskutieren.

Mehrsprachige Beratung

Aufgrund der geografischen Lage des Burgenlandes und die damit verbundenen Herausforderungen für den Arbeitsmarkt, wird auch über das Thema Lohn- und Sozialdumping diskutiert. 18.000 (17 Prozent) der 100.000 Beschäftigten im Burgenland kommen aus Ungarn. 2.000 Menschen aus Rumänien. Aufgrund sprachlicher Barrieren wissen diese ArbeitnehmerInnen meist nicht über ihre Rechte Bescheid und werden so leicht Opfer von Lohn- und Sozialdumping. Seit 15 Jahren bietet der ÖGB Burgenland Projekte mit mehrsprachiger arbeits- und sozialrechtlicher Beratung und setzt Maßnahmen, die Gewerkschafterinnen aber auch Behörden grenzüberschreitend vernetzen und zusammenarbeiten lassen. In dieser Zeit gab es rund 90.000 Beratungsgespräche, das sind 350-500 Kundenkontakte im Monat.

„Wir informieren ausländische ArbeitnehmerInnen im Burgenland welche Entlohnung ihnen zusteht, welche gesetzlichen Arbeitszeiten es gibt, dass Überstunden bezahlt und Sonderzahlungen gewährt werden müssen. So wollen wir Lohn- und Sozialdumping eindämmen und verhindern, dass arbeits- und sozialrechtliche Standards untergraben werden“, erklärt ÖGB-Landesvorsitzender Erich Mauersics.

Lohn- und Sozialdumping

„Wir kennen viele Beispiele dafür, dass Unternehmen glauben, die Ausnutzung ihrer Beschäftigten wäre ein lukratives Geschäftsmodell. Das Burgenland ist ein Hotspot, was Lohn- und Sozialdumping betrifft – aber die Gewerkschaften, der ÖGB und die AK wissen Betroffenen zu helfen“, so ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

Die Gewerkschaften haben mit aller Kraft und mit Erfolg für die European Labour Agency, die europäische Arbeitsagentur, kurz ELA, gekämpft. Sie hat vor einem Monat, am 15. Oktober, in Bratislava ihre Arbeit aufgenommen.

Diese Behörde soll und wird den Vollzug des Grundsatzes „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ unterstützen. Beppo Muchitsch, der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz, ein wahrer Kenner der Problematik des grenzüberschreitenden Lohn- und Sozialdumpings, ist der Vertreter des ÖGB in der europäischen Arbeitsagentur.  Der ÖGB wird sich weiter dafür einsetzen, Lohn- und Sozialdumping zu bekämpfen. Rechte, die nur am Papier stehen, sind und uns zu wenig, wir bleiben dabei: Strafen müssen abschrecken. Unternehmen dürfen durch Lohn- und Sozialdumping keinen Gewinn machen!

Katzian abschließend: „Wir fordern aber auch ein europäisches Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz nach österreichischem Vorbild. Der Weg dahin ist sicher noch weit, aber das schreckt uns nicht ab.  Schließlich waren es auch die Gewerkschaften in Europa, die sich mit vereinten Kräften für ELA eingesetzt und sie durchgesetzt haben. Wir haben einen langen Atem, wenn es um das gute Leben der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht!“

 

 

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