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Burgenland

Arbeitslos und krank kostet 450 Euro

Ein konkreter Fall der Volksanwaltschaft zeigt, wie unfair es bei der Einmalzahlung für erkrankte Arbeitslose zugeht

Für arbeitssuchende Menschen ist die Corona-Krise eine große Belastung. Erst nach längerem Zögern wurde von der Bundesregierung eine Einmalzahlung für Arbeitslose in Höhe von 450 Euro beschlossen. Diese Regelung gilt für alle, die von Mai bis August mindestens 60 Tage Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen hatten. Ganze 18.000 Menschen sind aber von dieser Einmalzahlung ausgeschlossen, weil sie krank waren oder aus anderen Gründen kein Arbeitslosengeld erhalten haben, obwohl sie arbeitslos waren.

Keine Einmalzahlung bei Krankenstand

Auf diese Ungerechtigkeit hat Volksanwalt Bernhard Achitz in der ORF-Sendung „Bürgeranwalt“ hingewiesen. Demnach bekommen viele Menschen trotz Arbeitslosigkeit gar nichts. Ein Beispiel dafür ist Herr K.: Er war im Krankenstand und hat dementsprechend Krankengeld statt Arbeitslosengeld bekommen – deshalb zählt dieser Zeitraum nicht zu den 60 Tagen Arbeitslosigkeit, die man benötigt, um die 450 Euro zu bekommen. Letzten Endes fehlten ihm nur drei Tage, um die Einmalzahlung zu erhalten. Auch einen reduzierten Betrag hat er nicht bekommen. Wäre stattdessen der tägliche Anspruch auf Arbeitslosengeld erhöht worden, hätte K. deutlich weniger Geld verloren.

„Die einzig nachhaltige Lösung für arbeitslose Menschen ist und bleibt die generelle Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent“ ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian

ÖGB fordert Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Wolfgang Katzian, Präsident des ÖGB, findet diese unfaire Behandlung mehr als nur ärgerlich: „Hier werden Menschen, die es ohnehin schwer haben, auch noch dafür bestraft, wenn sie krank werden. Diese Regelung ist mehr als unfair“, sagte er in einem Interview. „Die einzig nachhaltige Lösung für arbeitslose Menschen ist und bleibt die generelle Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent“, so Katzian. Auch Volksanwalt Bernhard Achitz kritisiert diese Zustände scharf: „Das Alles-oder-Nichts-Prinzip, auf das die Regierung da gesetzt hat, ist ungerecht. Die Menschen, die es besonders hart getroffen hat, weil sie zusätzlich zum Jobverlust auch noch krank geworden sind, bekommen gar nichts“.


Was der ÖGB fordert: Um Menschen zu helfen, die Arbeitslos geworden sind fordert der ÖGB die Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 Prozent!
 


ÖGB-Programm zur Reduktion der Arbeitslosigkeit
 

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