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Kärnten

Betriebsversammlungen werden über den Sommer fortgesetzt

Lange Arbeitszeit vor allem für PendlerInnen und Familien mit Kindern belastend

Besonders stark betroffen vom 12-Stunden-Tag wären Pendlerinnen und Pendler. Menschen mit betreuungsbedürftigen Kindern werden durch Kombination aus 12-Stunden-Tag und kurzer Kindergarten-Öffnungszeiten vor unlösbare Probleme gestellt. Der ÖGB Kärnten setzt gemeinsam mit den Fachgewerkschaften die Betriebsversammlungen über den Sommer fort und fordert Stellungnahmen der Kärntner Bundesräte zu ihrem Abstimmungsverhalten.

Appell an die Bundesräte

„Die Kärntner Vertreter im Bundesrat sind aufgefordert, klar und deutlich zu sagen, ob sie am 12. Juli dem 12-Stunden-Tag zustimmen werden oder nicht. Die Kärntnerinnen und Kärntner haben ein Recht darauf zu wissen, wer sich gegen sie stellt und wer nicht“, so der ÖGB Landessekretär Georg Steiner im Zuge des heute stattgefundenen Pressegesprächs vor der Abstimmung über das neue Arbeitszeitgesetz im Bundesrat.

Arbeitszeitgesetz trifft vor allem Frauen und Familien hart

Der ÖGB Kärnten warnt, dass mit dem neuen Arbeitszeitgesetz Frauen noch weiter in Teilzeit oder völlig aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. Lipitsch: „Öffnungszeiten oder Schließtage sind maßgebliche Faktoren, um Erwerbstätigkeit und Betreuungsarbeit vereinbaren zu können. Abgesehen von Villach und Klagenfurt lassen sich die Kindergärten, die nach 17 Uhr noch geöffnet sind, auf einer Hand abzählen.“ Auf dem Land verschärft sich die Problematik: hier haben Kinderbetreuungseinrichtungen zum Teil nur bis Mittag geöffnet. „In Kärnten gibt es 12.600 Alleinerziehende. Diese Personen werden vor unlösbare Probleme gestellt“, warnt der ÖGB Landesvorsitzende. Zudem sei es laut Lipitsch äußerst bedenklich, dass eine Politik von Familien verlangt, ihre Kinder für über 12 Stunden täglich in Institutionen unterzubringen zu müssen.

Verschlechterungen für PendlerInnen und negative Auswirkungen auf den Verkehr

Über 200.000 ArbeitnehmerInnen zählen in Kärnten zu den sogenannten PendlerInnen. Daten der Statistik Austria zeigen, dass PendlerInnen aus Kärnten österreichweit die drittweitesten Pendeldistanzen haben. „Knapp vier Prozent der Kärntner und Kärntnerinnen pendeln täglich bis zu 100 Kilometer pro Strecke. Künftig werden diese Menschen über 14 Stunden täglich für die Arbeit unterwegs sein“, berichtet Lipitsch. „Auch auf den Verkehr wird das neue Arbeitszeitgesetz negative Auswirkungen haben. Die Beschäftigten werden von öffentlichen Verkehrsmittel Abstand nehmen und wieder vermehrt aufs Auto umsteigen. Das ist auch nachvollziehbar, wenn sie künftig nicht mehr wissen, wann sie von der Arbeit nach Hause kommen“, so Lipitsch.

Auswirkungen auf Vereinsleben

Die Ausweitung der Tages- und Wochenarbeitszeit ist laut Lipitsch auch ein Angriff auf das Vereinsleben in Kärnten. „Laut Vereinsbehörde gibt es in Kärnten 9.173 Vereine – Freiwillige Feuerwehren sind davon ausgenommen. Diese haben allein im Jahr 2017 in Kärnten 2,2 Millionen Stunden an Freiwilligendienst erbracht. Das wird sich in Zukunft nicht mehr spielen“, so Lipitsch.

Weitere Maßnahmen folgen: Heißer Herbst erwartet

ÖGB Landessekretär Georg Steiner bestätigt heute vor der Presse, dass die Betriebsversammlungen in Kärnten weiter stattfinden werden. „Wir werden keineswegs damit aufhören, die Menschen darüber zu informieren, was die Bundesregierung mit dem Husch-Pfusch-Gesetz angerichtet hat. Wir werden unsere Informationsoffensive auch auf Vereine in Kärnten ausweiten“, so Steiner. Bis zum Herbst sollen dann – gemeinsam mit den Fachgewerkschaften – alle nötigen Beschlüsse gefällt sein, um weitere gewerkschaftliche Maßnahmen setzen zu können. „Sollte die Bundesregierung bis dahin nicht das Gespräch mit den Sozialpartnern aufgenommen haben, erwarten wir uns einen heißen Herbst“, so Steiner abschließend.

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