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Kärnten

EQUAL PAY DAY in Kärnten: Frauen verdienen rund 20 Prozent weniger als männliche Kollegen

In Kärnten verdienen Frauen für die gleiche Arbeit 19,6 Prozent weniger als Männer. Statistisch gesehen endet die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen in Kärnten am 21. Oktober 2019. Den höchsten Einkommensunterschied weist mit 27,4 Prozent der Bezirk Spittal/Drau auf.
(v.l.n.r.: ÖGB Landesfrauensekretärin Christina Summerer, MBA, ÖGB Landesfrauenvorsitzende Waltraud Rohrer, ÖGB Landesvorsitzender Hermann Lipitsch)
Ab dem 21. Oktober arbeiten Frauen in Kärnten statistisch gesehen gratis. Der sogenannte Equal Pay Day markiert den Tag im Jahr, an dem Männer bereits jenes Einkommen erreicht haben, wofür Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen. „In unserem Bundesland verdienen Frauen um durchschnittlich 19,6 Prozent weniger als Männer. So beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen von Frauen bei Vollzeitarbeit in Kärnten 40.354,- Euro. Männer hingegen haben ein Jahreseinkommen von durchschnittlich 50.171,- Euro“, erklärt die ÖGB Landesfrauenvorsitzende Waltraud Rohrer. „Für Frauen ergibt das also einen jährlichen Einkommensnachteil von 9.818- Euro“, so Rohrer weiter.
 

ÖGB Frauen: Bewusstsein für die unbezahlte Arbeit schaffen, die Frauen leisten!

„Berufstätige Frauen arbeiten im Schnitt 27 Stunden in der Woche unbezahlt - im Haushalt, in der Kinderbetreuung, in Angehörigenpflege. Bei Männern sind es hingegen nur 16 Stunden pro Woche. Somit arbeiten Frauen im Schnitt 66 Stunden pro Woche, das sind 2 Stunden mehr als Männer“, so Rohrer. Frauen werden vermehrt in Teilzeitbeschäftigung gedrängt, weil die unbezahlte Arbeit in Familie und Haushalt immer noch hauptsächlich auf ihnen lastet. Die Folge davon ist nicht nur weniger Freizeit, gesundheitliche Auswirkungen und geringere Karrierechancen für Frauen. „Der Einkommensnachteil schlägt sich natürlich auch in geringeren Pensionsansprüchen nieder - Frauen sind der realen Gefahr ausgesetzt, in die Altersarmut zu rutschen“, so Rohrer.
 

Nicht länger nur über Lohnunterschiede reden, sondern endlich handeln! 

Daher fordern die ÖGB Frauen, dass die Ausgaben für Kinderbetreuung auf den EU-Schnitt von einem Prozent des BIP angehoben werden müssen: Das bedeutet ein Plus von 1,2 Mrd. jährlich. „Des Weiteren fordern wir einen Rechtsanspruch auf einen gratis Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr des Kindes, denn so kann für Mütter Vollzeitarbeit ermöglicht werden“, sagt Rohrer. Daran anschließend ist ein flächendeckender Ausbau der Ganztagesschulen sowie die Schaffung von Anreizen für partnerschaftliche Teilung im Sozial- und Steuersystem vonnöten. „Auch der Ausbau von professionellen Pflege- und Betreuungsangeboten ist mehr als überfällig“, so Rohrer. Die gesetzliche Verkürzung der Wochenarbeitszeit würde ebenfalls helfen, Frauen in Vollzeitarbeit zu bringen und Männer in die Care-Arbeit zu involvieren.
 

Keine Verbesserung des prozentuellen Unterschieds

Tatsächlich lässt sich im Vergleich zum Vorjahr bedauerlicherweise keine Verbesserung des prozentuellen Einkommensnachteils ausmachen – im vergangenen Jahr waren es zumindest 1,7 Prozentpunkte. Dennoch konnten dieses Jahr einige Verbesserungen für Frauen und Familien erkämpft werden. „Mit der Anrechnung der Karenzzeiten, dem Rechtsanspruch auf den Papamonat sowie dem Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit konnten wichtige Meilensteine erreicht werden, um die Situation von Frauen, Müttern und Familien zu verbessern. Der logische nächste Schritt muss also sein, dass der Papamonat auch bezahlt wird, um den Familien die Inanspruchnahme ohne finanzielle Nachteile zu ermöglichen“, sagt ÖGB Landesvorsitzender Hermann Lipitsch.
 

40 Jahre Gleichbehandlungsgesetz

Heuer vor 40 Jahren wurde das Gleichbehandlungsgesetz beschlossen. „1979 war das wichtigste Anliegen, die Gehaltsschere zwischen Männer und Frauen zu schließen, das ist noch nicht zur Gänze gelungen. Es dürfen keine weiteren 40 Jahre verstreichen, bis Frauen fair und gleichberechtigt entlohnt werden“ sagt Landesfrauensekretärin Christina Summerer, MBA. Die ÖGB-Frauen fordern daher verpflichtende Einkommensberichte in Unternehmen ab 100 ArbeitnehmerInnen sowie die Ausweitung auf alle Dienstgeber.
 

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