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Oberösterreich

„Das ist Politik auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen"

PRO-GE-Landessekretär Michael Seemayer kritisiert die Pläne der Regierung zum 12-Stunden-Tag und der 60-Stunden-Woche scharf

„Die Regierung hat damit eine rote Linie überschritten und muss jetzt mit dem Widerstand der ArbeitnehmerInnen rechnen“, kommentiert der Landessekretär der Gewerkschaft PRO-GE in Oberösterreich, Michael Seemayer, die von der Bundesregierung vorgelegten Pläne zur Ausweitung der Arbeitszeit auf 12 Stunden pro Tag und 60 Stunden pro Woche. Es zeige sich ein weiteres Mal, dass diese Regierung die bestellten Wünsche ihrer Großsponsoren aus der Industrie willfährig umsetzen will. „Das ist Politik auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen“, kritisiert Seemayer.

Dass die Regierung beteuert, die elfte und zwölfte Stunde seien nur auf freiwilliger Basis zu leisten, bezeichnet Seemayer als zynisch: „Vielleicht kann man es einmal ablehnen, aber spätestens nach dem zweiten Mal wird sich der Chef dann fragen, ob es für den Job nicht andere Kandidaten gibt. Und wer Versorgungspflichten hat, der wird gar nicht mehr eingestellt werden.“ Zu befürchten sind vielfältige Nachteile – von der Nichtberücksichtigung bei Beförderungen bis hin zur Kündigung, wenn man sich den Wünschen der Arbeitgeber widersetzt.

Keiner kann arbeiten, wann er will
Auch das vielfach vorgetragene Argument, dass man sich Freizeitansprüche aufbauen kann und dann länger frei hat, hinkt gewaltig. „Es ist doch völlig realitätsfremd, wenn man glaubt, dass die ArbeitnehmerInnen diese Freizeit konsumieren können, wann sie wollen. Wer kann sich denn aussuchen, wann er arbeitet? Nach den Regierungsplänen kann diese Freizeit nur konsumiert werden, wenn der Arbeitgeber zustimmt“, sagt Seemayer.
Finanziell sind für die ArbeitnehmerInnen ebenfalls Nachteile zu befürchten. Die Behauptung, dass Überstundenzuschläge erhalten bleiben, ist eine Nebelgranate.
Gleichzeitig nämlich wird von der Ausweitung der Durchrechnungszeiträume gesprochen. „Wenn man sich dann innerhalb dieses Zeitraums Zeitausgleich für die Mehrstunden nimmt, dann wird es keine Zuschläge geben“, erklärt Seemayer, der auch von einer Respektlosigkeit gegenüber den ArbeitnehmerInnen spricht.

Auch gesundheitliches Risiko
Abgesehen von den konkreten Arbeitszeit-Regelungen weist der PRO-GE-Landessekretär darauf hin, dass mit längeren Arbeitszeiten – ob freiwillig oder unfreiwillig – auch gesundheitliche Risiken einhergehen. „Arbeitszeitgesetze sollen auch vor Selbstausbeutung schützen. Es ist erwiesen, dass ab acht Stunden das Risiko von Arbeitsunfällen massiv ansteigt. Damit gefährdet man sich selbst und auch andere“, warnt Seemayer.

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