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Oberösterreich

Simulanten, Tachinierer, Scheinkranke – Haberl fordert:

„Schluss mit der Pauschalverdächtigung von Beschäftigten!“

„Krankfeiern, blaumachen, simulieren. Wenn man Regierung und Wirtschaft so zuhört, muss man den Eindruck bekommen als hätten ArbeitnehmerInnen den ganzen Tag nichts anderes zu tun. Da wird gehetzt, pauschal verdächtigt und permanenter Missbrauch unterstellt“, ist ÖGB-Landessekretär Walter Haberl erbost über den jüngsten Vorstoß der Regierung.

Die Fakten sprechen nämlich eine ganz andere Sprache: Die Krankenstände sind schon jahrelang auf niedrigem Niveau – rechnet man die schwer und chronisch Kranken heraus, waren es im vergangenen Jahr pro ArbeitnehmerIn überhaupt nur 5,7 Tage! Alleine eine normale Grippeerkrankung dauert schon länger. Deshalb verwundert auch nicht, dass laut aktuellem Arbeitsgesundheitsmonitor ein Drittel der Beschäftigten krank zur Arbeit geht.

„Der ständige Verdacht des Krankenstandmissbrauchs hat überhaupt keine Grundlage“, zeigt Haberl auf. „Ganz im Gegenteil: Ein Drittel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geht krank zur Arbeit. Aus Furcht um den Job, aus Pflichtgefühl gegenüber der Kollegenschaft, wegen Fehlens einer Vertretung und aus Angst, dass Arbeit liegen bleibt.“ Dieser sogenannte „Präsentismus“ erklärt auch (teilweise) das seit Jahren niedrige Krankenstandniveau – 2017 waren es nur 13,3 Tage. Da aber auf lediglich 2,8 Prozent der Beschäftigten (nämlich die schwer und chronisch Kranken) 37,5 Prozent aller Krankenstandstage entfallen, waren es effektiv überhaupt nur 5,7 Tage.

„Und eines muss man auch klipp und klar sagen“, so Haberl, „es funktionieren die internen Kontrollen der Gebietskrankenkassen. Und zuletzt haben sich ja die schweren Vorwürfe der Wirtschaftskammer zu vermeintlichem Krankenstandmissbrauch wie im Fall ‚technosert‘ als ausgesprochener Rohrkrepierer erwiesen.“

Menschen müssen sich in Ruhe auskurieren können
Die Folgen des „Präsentismus“ sind oft längere Krankenstände bis hin zu chronischen Erkrankungen. Das schadet langfristig nicht nur den ArbeitnehmernInnen, sondern auch der Wirtschaft. „Deshalb müssen die Menschen die Möglichkeit haben, sich in Ruhe, ohne Angst
und ohne Druck auskurieren zu können“, so Haberl. „Dazu fordern wir schon lange einen Kündigungsschutz im Krankenstand. Das wäre nur fair in Zeiten massiv steigender Gewinne.“ Die Regierung macht aber genau das Gegenteil: Der 12-Stunden-Tag wird die nächste Gesundheitsbelastung sein, die auf Beschäftigte zukommt. Alle ernsthaften Studien zeigen, dass das Unfall- und Gesundheitsrisiko ab der achten Stunde deutlich ansteigt.

„Mit der Krankenstanddebatte zeigt die Regierung erneut ihre Respektlosigkeit gegenüber den hart arbeitenden Beschäftigten. Die tollen Leistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Tag für Tag erbracht werden, müssen endlich wertgeschätzt werden, statt ständig krankgeredet!“, so Haberl.
 

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