Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Oberösterreich

vida: Wahlangebote im Check

Was brauchen Berufstätige in Oberösterreich wirklich?

Die Landesorganisation der Gewerkschaft vida in Oberösterreich hat die Antworten der wahlwerbenden Parteien auf die 81 vom ÖGB an sie gestellten Fragen genauer unter die Lupe genommen und die für die oberösterreichischen ArbeitnehmerInnen in den Verkehrs- und Dienstleistungsbranchen, maßgeblichsten Punkte herausgepickt.

Forderungen an zukünftige Bundesregierung
Die Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida Oberösterreich hat daraus Forderungen an eine zukünftige Bundesregierung für die Beschäftigten in drei der größten Branchen, die in den Zuständigkeitsbereich der vida fallen, abgeleitet, die auch von gesamtgesellschaftlicher Relevanz sind. Das sind die Branchen Verkehr mit oberösterreichweit 32.000, Tourismus mit 22.000 sowie Gesundheits- und Pflegeberufe mit 14.000 Beschäftigten in Oberösterreich. Für diese Kolleginnen und Kollegen fordert die Gewerkschaft vida eine arbeitnehmerfreundliche Politik ein, die sich durch Taten und nicht nur durch schöne Worte auszeichnet.

Berufe in vida-Branchen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung
Niemand kann von der Hand weisen, dass die Tätigkeiten und Leistungen der Berufstätigen in diesen drei großen Branchen von hoher gesamtgesellschaftlicher Bedeutung sind. Sie tragen wesentlich zu einem guten Leben für alle Menschen bei. Sei es indem sie klimafreundliche Mobilität für PendlerInnen leisten, die Freizeit und den Urlaub anderer Menschen so angenehm wie möglich gestalten oder Kranke gesund pflegen und ihnen damit neuen Lebensmut geben. Es ist deshalb unerlässlich, dass die Beschäftigten in diesen Branchen hochwertige Ausbildungsmöglichkeiten, beste Arbeitsbedingungen und faire Einkommen sowie ausreichend Freizeit haben, damit sie ihre Tätigkeiten und Dienstleistungen für andere Menschen, hoch motiviert und in bester Qualität erbringen können.

vida-Faktencheck Öffentlicher Verkehr und Klimaschutz
Auf ÖGB-Fragen wie, „Sind Sie für zusätzliche Investitionen in den Schienengüterverkehr, um mehr Transporte auf die Schiene zu verlagern?“, „Öffentlicher Verkehr muss auch im ländlichen Raum alltagstauglich vorhanden sein, österreichweit ausgebaut werden und für alle leistbar sein?“ oder ob PendlerInnen, die den öffentlichen Verkehr nutzen, stärker entlastet werden sollen, konnte in Wahlkampfzeiten, in denen zudem der Klimaschutz hochgehalten wird, wohl keine Partei wirklich anders als mit „Ja, ich bin dafür“ antworten.

Es gibt kaum andere Transportmittel wie die Eisenbahnen, die derartig große Personenanzahlen und Tonnen an Gütern über weite Strecken transportieren können und dabei derart geringe Emissionen verursachen. Will man das Klima schützen, müssen noch mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und zusätzlich Gütertransporte auf die Schienen verlagert werden.

Der Weg der Liberalisierung des öffentlichen Verkehrs durch die Europäische Kommission war der falsche Weg. Das steht fest. In Folge dieser Politik wurden wenig rentable Bahnstrecken in vielen Ländern und Regionen eingestellt und Investitionen zurückgeschraubt. Trotz des Beschlusses eines 11 Milliarden Euro Pakets für Investitionen in den Bahnpersonenverkehr bis 2034 vergangene Woche im österreichischen Nationalrat, wird eine neue Bundesregierung aber nicht umhinkommen, sich dafür einzusetzen, dass dieser Kurs auf europäischer Ebene korrigiert wird.

Erfreulicherweise hat das österreichische Bahnsystem diese internationalen Liberalisierungstrends im Bahnwesen besser überstanden als das die Systeme anderer Länder taten. Während der letzten Wirtschaftskrise haben vor allem staatliche Investitionen in den Eisenbahnsektor die österreichische Wirtschaft und damit hunderttausende Arbeitsplätze in der Bau- und Zulieferindustrie über Wasser gehalten.

Will die Politik das Klima schützen und Menschen sowie Umwelt entlasten, sind dennoch zusätzliche Investitionen in den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel notwendig, wodurch auch weitere qualifizierte Arbeitsplätze bei den Bahnen entstehen würden. „Hoffen wir auf eine zukünftige Regierung, welche das System Bahn als beste Alternative gegenüber anderen Verkehrsträgern im Sinne unserer Bahnen in Rot Weiß Rot und im Sinne der Menschen in diesem Land forciert“, so Gerhard Siegl, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der vida Oberösterreich.

Die vida-Forderungen:
• Mehr Investitionen in öffentliche Verkehrsmittel, Elektrifizierung aller Strecken.
• Ausbau des öffentlichen Regional- und Nahverkehrsangebots für mehr Fahrgäste und mehr Klimaschutz.
• Kostenwahrheit zwischen den Verkehrsträgern Straße und Schiene mit einer LKW-Maut auch für Landes- und Gemeindestraßen, Dieselprivileg abschaffen, Steuergerechtigkeit zwischen den Verkehrsträgern herstellen, bringt mehr fairen Wettbewerb und somit mehr Güterverkehr auf die Schiene.

vida-Faktencheck Gesundheit und Krankenpflege
„Österreich hat 200.000 Dollar-MillionärInnen. Soll die Finanzierung der Pflege durch die Besteuerung sehr hoher Vermögen und Erbschaften gesichert werden?“, fragte der ÖGB die Parteien. Für die solidarische Finanzierung über eine Steuer und nicht über eine private Pflegeversicherung, gab es nur von ÖVP, FPÖ und NEOS eine Absage.
Ob im medizinischen Bereich (ÄrztInnen, Pflegepersonal, Betreuungspersonal) ein für ganz Österreich gültiger Personalschlüssel eingeführt werden soll, damit es überall ausreichend Personal in den Gesundheits-, Pflege- und Betreuungseinrichtungen gibt, das beantwortete nur die ÖVP vage, alle anderen Parteien sagten eindeutig ja.

Die Gewerkschaft vida hat sich die Ist-Situation des Personals in den Ordens- und Privatspitälern genau angesehen: Die MitarbeiterInnen sind das Rückgrat des Spitalbetriebs, ihre Arbeit wird immer anspruchsvoller, gleichzeitig nimmt die Arbeitslast ständig massiv zu. Die Unzufriedenheit steigt, es wird zunehmend an Jobwechsel gedacht bzw. erst gar nicht in Erwägung gezogen, in dieser Branche zu arbeiten. Die Gründe hierfür sind:
• Kürzere Krankenhausaufenthalte oder tagesklinische Eingriffe erhöhen den organisatorischen Aufwand
• Die Bevölkerung wird älter, die Zahl der PatientInnen mit komplexen Krankheitsbildern (wie z. B. Demenz) nimmt zu
• Zeitintensivere Gespräche mit Angehörigen
• Mehr Dokumentation sowie höhere Qualitäts- und Hygienestandards

Diese Faktoren haben viele KollegInnen in den heimischen Spitälern an ihre psychischen und physischen Grenzen gebracht. Viele ungeplante Dienste durch Einspringen sowie sehr viele Überstunden verschärfen die Situation zusätzlich. Kürzere Ruhezeiten und verlängerte Arbeitszeiten werden zudem sicherlich nicht dazu beitragen, dass sich mehr Menschen für Gesundheitsberufe entscheiden. Auch Menschen in Gesundheitsberufen haben erfüllte Beziehungen, Freunde, Hobbys und wollen ein gesundes Leben außerhalb des Spitals bzw. ihres Arbeitsplatzes führen.

Zudem kommt, der Arbeitsalltag in den Krankenhäusern ist in Minuten und Sekunden durchgetaktet. So bleiben KrankenpflegerInnen mittlerweile nur mehr 9 Minuten und 24 Sekunden, um sich um sterbende Menschen zu kümmern. Ist der Politik ein Menschenleben wirklich nicht mehr Zeit wert? Die KrankenpflegerInnen wollen PatientInnen und Angehörigen aber mehr Betreuungs- und Pflegezeit geben können.

„Die Gewerkschaft vida hat daher unter dem Motto ‚Mehr von uns. Besser für alle.‘ eine Offensive gestartet, um auf die personelle Situation in den Krankenhäusern aufmerksam zu machen“, so Erwin Deicker, Zentralbetriebsrats-Vorsitzender des Ordenskrankenhauses der Barmherzigen Brüder.

vida-Forderungen
• 20 Prozent mehr Personal in den Gesundheits- und Sozialeinrichtungen für eine rasche Aufstockung als Akutmaßnahme, um drohende Engpässe zu verhindern.
• Bundesweit einheitliche, verbindliche Berechnungsmethode
für eine bedarfsgerechte Zahl der PflegerInnen. Seit vielen Jahren drücken
sich die verantwortlichen Entscheidungsträger davor, bundesweit einheitliche
Standards für die Personalplanung in der Pflege festzulegen.
• Offensive in der Aus- und Weiterbildung
Damit der Pflegeberuf auch für junge Menschen wieder attraktiv wird.
• Solidarische Finanzierung auch über eine Millionärssteuer und nicht über eine private Pflegeversicherung.

vida-Faktencheck Tourismus
„Sind Sie für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Branchen mit mangelnder Attraktivität, wie z.B. im Tourismus- und Gastrogewerbe, durch die Schaffung einer Tourismusurlaubs- und Abfertigungskasse (nach Vorbild der Baubranche)?“, fragte der ÖGB die Parteien. Bis auf die ÖVP haben diese Frage alle Parteien klar mit ja beantwortet. Die ÖVP antwortete nicht direkt mit ja oder nein. Sie will die Verbesserung von Arbeitsbedingungen den sozialpartnerschaftlichen Kollektivvertragsverhandlungen überlassen und sieht seitens der Politik keine Notwendigkeit, in diese Zuständigkeiten einzugreifen.

Auch die Unzufriedenheit der Tourismus-Beschäftigten steigt an, viele verlassen die Branche oder haben das vor. „Der zuletzt vorgelegte Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich beweist erneut, dass die Arbeitgeber dringend gefordert sind, mehr zu tun, um ihre Beschäftigten länger an die Branche zu binden“, stellt Sabine Ameshofer, Vorsitzender-Stellvertreterin der Gewerkschaft vida Oberösterreich und Betriebsrats-Vorsitzende der Eurotherme Bad Schallerbach, fest. Laut den in der vergangenen Woche präsentierten Zahlen der AK wollen fast vier von zehn KellnerInnen und ein Drittel der Beschäftigten im Tourismus sich nach einem anderen Job umsehen.

Diese dramatischen Zahlen beweisen, dass die Branche nur dann kein Problem mehr haben wird, ausreichend Personal zu finden, wenn die Work-Life-Balance für die Beschäftigten stimmt. Dazu gehören etwa Dienstplansicherheit, ein familienfreundliches Arbeitsleben und auch ausreichend Ruhephasen und Entspannung. Wenn ArbeitnehmerInnen Wertschätzung wahrnehmen, wird der Drang zum Job- oder Branchenwechsel mit Sicherheit geringer werden.

Nur faire Arbeitsbedingungen und hochwertige Ausbildung sowie die Einhaltung des ArbeitnehmerInnenschutzes sind der richtige Weg, um den Personalnöten in Österreich entgegenzuwirken und die Qualität im Tourismus aufrechtzuerhalten. Nur zufriedene MitarbeiterInnen sind auch gute Gastgeber. Wer seine MitarbeiterInnen und Lehrlinge fair behandelt und entlohnt, der braucht sich vor Personalmangel sicher nicht fürchten. Diese Arbeitgeber können auf Menschen bauen, die mit Enthusiasmus ihrer Arbeit nachgehen. Gerade das Hotel- und Gastgewerbe ist eine Branche, in der die Beschäftigten besonders viel Leidenschaft an den Tag legen. Nur top-motivierte Fachkräfte werden auch in Zukunft Rekordwerte für Österreichs Tourismus erzielen.

Die Tourismus-Branche muss daher für heimische Arbeitskräfte und den Nachwuchs wieder interessant und attraktiv gemacht werden. Keine Schnellschüsse, sondern nachhaltige Lösungen zur MitarbeiterInnenbindung und Nachwuchsförderung sind hier gefragt. „Als Sozialpartner stehen wir jederzeit für Gespräche zur Verfügung. Es müssen diesen dann nur Taten folgen“, betont Ameshofer. Eine zukünftige Regierung ist daher von der vida aufgefordert, für die Beschäftigten und auch für die Betriebe im Tourismus entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

vida-Forderungen
• Schaffung einer Tourismusurlaubs- und Abfertigungskasse nach dem Vorbild der Baubranche.
• Dienstplansicherheit, familienfreundliches Arbeitsleben ermöglichen und für ausreichend Ruhephasen und Entspannung sorgen.
• Faire Arbeitsbedingungen, Wertschätzung und hochwertige Ausbildung garantieren.
• Mehr ArbeitnehmerInnenschutz per Gesetz möglich machen.
• Berufsbild und Ausbildung attraktiver machen.

Sämtliche Infos zu den 81 Fragen des ÖGB und die Antworten der Parteien auf
https://web.oegb.at/wahlwerber/

Mehr Infos zu den Themen Öffentlicher Verkehr, Pflege und Tourismus auf
www.vida.at

 

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

OÖ Infos@News

Geschlecht
Geschlecht:
Name

Mit dem Absenden dieses Formulars stimme ich der Verarbeitung meiner eingegebenen personenbezogenen Daten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.

Wir sind für Sie Da!
Österreichischer Gewerkschaftsbund
Johann-Böhm-Platz 1
A-1020 Wien
Telefon: +43 / 1 / 534 44 39
e-Mail: oegb@oegb.at
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt