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Oberösterreich

Ordenskrankenhäuser Linz: Kartonkollegen machen auf den akuten Personalmangel aufmerksam

Mehr als 200 Pappfiguren werden stellvertretend für fehlende KollegInnen aufgestellt

In fast allen Berufsgruppen, insbesondere in der Pflege, herrscht in den Ordenskrankenhäusern der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern in Linz Personalmangel. Darauf haben die Betriebsräte der Häuser am heutigen Dienstag mit Aktionen aufmerksam gemacht. Mehr als 200 Pappfiguren wurden in den Häusern jeweils stellvertretend für die fehlenden KollegInnen aufgestellt. Derzeit sind bei den Barmherzigen Brüdern samt Außenstellen 1300 KollegInnen und bei den Barmherzigen Schwestern 2400 KollegInnen beschäftigt.
Die Aktion ist Teil der von der Gewerkschaft vida und der Arbeiterkammer ins Leben gerufenen Initiative „Mehr von uns. Besser für alle.“. Eine der zentralen Forderungen ist eine Aufstockung des Personals in Österreichs Krankenanstalten um 20 Prozent - quer durch alle Berufsgruppen. „Krankenhäuser sind keine Fabriken und Menschen keine Autos, an denen man im Akkord herumschraubt! Heilung braucht Zeit und Zuwendung. Wir möchten PatientInnen und Angehörigen mehr davon geben können“, sagt Erwin Deicker, Betriebsratsvorsitzender im Ordenskrankenhaus Barmherzige Brüder in Linz.

Deutlich zu wenig Nachwuchs
Es gibt insgesamt nicht nur weniger Ausbildungsplätze als früher. Die, die es gibt, werden auch nicht genutzt - es fehlt also der Nachwuchs. Auch für das neue Berufsbild der Pflegefachassistenz finden sich nicht genügend geeignete BewerberInnen. Deicker: „Daran wird deutlich, dass sowohl die Ausbildung als auch der Beruf an sich attraktiviert werden müssen. Viele KollegInnen gehen permanent an ihre psychischen und physischen Grenzen. Wer strebt schon so ein Berufsleben an?“ Laut einer aktuellen AK-Umfrage überlegt jedeR Dritte Beschäftigte in einem Pflegeberuf einmal pro Monat, seinen/ihren Job hinzuschmeißen.
Die verantwortlichen Entscheidungsträger müssen handeln.
Die Offensive „Mehr von uns. Besser für alle.“ hat klare Forderungen:

• 20 Prozent mehr Personal in den Krankenhäusern
Eine rasche Aufstockung als Akutmaßnahme, um drohende Engpässe zu verhindern.
• Bundesweit einheitliche, verbindliche Berechnungsmethode für eine bedarfsgerechte Zahl der PflegerInnen
Seit vielen Jahren drücken sich die verantwortlichen Entscheidungsträger davor, bundesweit einheitliche Standards für die Personalplanung in der Pflege festzulegen. Um bestmögliche Versorgung der PatientInnen sicherzustellen, müssen die Mindestanzahl und die Qualifikation der MitarbeiterInnen zwingend vorgeschrieben werden.
• Offensive in der Aus- und Weiterbildung

Wir fordern einen einfacheren sowie kostenlosen Zugang zu den Hochschulausbildungen in Gesundheitsberufen. Zudem brauchen wir auch berufsbildende mittlere und höhere Schulen für Pflege. Menschen, die in Gesundheitsberufen arbeiten wollen, müssen die besten Voraussetzungen geboten bekommen. Damit der Pflegeberuf auch für junge Menschen wieder attraktiv wird.

Sämtliche Infos und Downloads zur Offensive auf www.vida.at/mehrvonuns

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