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Oberösterreich

Regelung Hitzefrei – Bericht 2019 positiv

Gewerkschaft Bau-Holz fordert Rechtsanspruch auf Hitzefrei

Angesichts der derzeitigen Temperaturen denken die meisten wahrscheinlich kaum daran – doch die nächste Hitzewelle wird kommen. Genau deswegen ist es wichtig festzustellen, dass die Hitzeregelung ab 32,5 Grad greift. Jede zweite Firma hat sie genutzt und 7.716 Bauarbeiter bekamen in Oberösterreich 2019 hitzefrei. Das bestätigen aktuelle Zahlen der BUAK (Bauarbeiter- Urlaubs und Abfertigungskasse). Da nicht alle Firmen diese Regelung nutzen, fordert die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) einen Rechtsanspruch.

2019 war der zweitheißeste Sommer der 253-jährigen Messgeschichte. Die fünf heißesten Sommer der Messgeschichte wurden ab dem Jahr 2000 gemessen, wie Experten der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) bestätigen. Die Daten zum ersten Jahr mit der neuen Hitze-Reglung ab 32,5 Grad liegen nun vor. 2019 bekamen in Oberösterreich insgesamt 7.716 Bauarbeiter aus 981 Baubetrieben Hitzefrei. Damit hat jede zweite Firma im Interesse ihrer Beschäftigten gehandelt. Von 11. Juni bis 9. August 2019 wurde in Oberösterreich an 12 Arbeitstagen die 32,5-Grad-Grenze überschritten.

Nächster Schritt: Rechtsanspruch auf Hitzefrei
Die Entscheidung, Hitzefrei ab 32,5 Grad Celsius zu ermöglichen, ist aufgrund des Klimawandels ein gesundheitspolitisch wichtiger und notwendiger Schritt. GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch: „Leider gibt es noch immer zu viele schwarze Schafe unter den Arbeitgebern und Auftraggebern, denen die Beschäftigten anscheinend egal sind. Kein Bauwerk kann so wichtig sein, dass dafür die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird. Hitzefrei muss offenbar gesetzlich verankert werden. Schade, aber anscheinend geht es nicht anders. Auf Sozialpartner-Ebene sind daher weitere Gespräche zu führen.”

Harald Dietinger, GBH-Landesgeschäftsführer: „Kein Bauarbeiter muss unter den enormen Hitzebelastungen – welche in den nächsten Jahren immer schlimmer werden – auf Baustellen mehr leiden. Wir dürfen nicht warten, bis es zu weiteren Todesfällen kommt, damit endlich mehr Unternehmen und Auftraggeber menschlicher reagieren.”

SERVICE: Die wichtigsten Fakten der Hitzefrei-Regelung
• Die Hitzefrei-Grenze wurde mit 1. Mai 2019 von 35 auf 32,5 Grad Celsius gesenkt. Erst ab Erreichen der Grenze von 32,5 Grad Celsius gilt die Hitzefrei-Regelung (somit gibt es im Normalfall erst ab mittags bzw. am Nachmittag hitzefrei).
• Der Arbeitgeber muss Hitzefrei anordnen, d. h., kein Bauarbeiter hat das Recht auf Hitzefrei.
• Bei Anwendung der Hitzeregelung gibt es eine Entgeltfortzahlung von 60 Prozent für den Arbeiter. Die Kosten werden dem Arbeitgeber vollständig von der BUAK refundiert.

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