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Oberösterreich

ÖGB-Kalliauer zu den Arbeitsmarktdaten:

„Wir brauchen einen Industriegipfel und ein höheres Arbeitslosengeld!“

„Wie lang werden Landes- und Bundesregierung noch zuschauen, wie tausende Menschen in unserem Bundesland um ihre Existenz kämpfen?“, fragt ÖGB-Landesvorsitzender Dr. Johann Kalliauer angesichts der weiterhin dramatischen Arbeitslosenzahlen in Oberösterreich - mehr als 48.000 sind derzeit ohne Arbeit bzw. in Schulung. „Es müssen endlich wirksame Schritte gesetzt werden, die Menschen in Beschäftigung bringen. Und für jene Tausenden, die auf der Strecke bleiben, braucht es rasch ein höheres Arbeitslosengeld.“

Politik muss Betriebsräte beim Kampf um Industriearbeitsplätze unterstützen

Von selbst werde sich die Lage am Arbeitsmarkt leider nicht entspannen. Nach Auslaufen von Kurzarbeit und Stundungen drohe eine Welle von Insolvenzen. „Als Draufgabe zu allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten wegen Corona haben wir dann auch noch Standortdebatten mit Konzernen wie MAN, der den profitablen Standort Steyr schließen will und damit für ein wenig mehr Gewinn bis zu 6.000 Menschen in der Region die Existenzgrundlage raubt. Und von unseren Regierungen in Land und Bund ist nichts Substanzielles dazu zu hören“, fordert Kalliauer Taten ein.

„Wir brauchen dringend einen Industriegipfel in unserem Land, um zu beraten, wie möglichst viele Arbeitsplätze in diesem Bereich erhalten bleiben. Immerhin ist die Industrie ein wesentlicher Baustein für den Wohlstand und ein gutes Leben in unserem Bundesland“, stellt Kalliauer klar. „Beschäftigung erhalten und schaffen müsste eigentlich das oberste Ziel der Politik sein.“

Menschen, die ihren Job verlieren, besser absichern

ArbeitsmarktexpertInnen warnen außerdem davor, dass vielen Menschen Langzeitarbeitslosigkeit drohe. „Wenn man plötzlich mit nur 55 Prozent seines Einkommens über die Runden kommen muss, ist das vielleicht für ein, zwei Monate zu schaffen. Eine längere Arbeitslosigkeit wird aber schnell existenzbedrohend. Zudem bricht der Wirtschaft die Kaufkraft dieser Menschen weg“, meint Kalliauer. „Ein höheres Arbeitslosengeld ist angesichts so vieler Menschen, die völlig unverschuldet ihren Job verlieren, das Gebot der Stunde. Schließlich ist es bei so hoher Arbeitslosigkeit auch sehr schwierig, einen neuen Job zu finden. Wir fordern ein Arbeitslosengeld in der Höhe von mindestens 70 Prozent des letzten Einkommens, um arbeitslose Menschen besser abzusichern.“

 

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