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Salzburg

Dramatische Lage auf dem Arbeitsmarkt

Kurswechsel in Arbeitsmarktpolitik gefordert

 

Mehr als jeder Zweite (50,5 Prozent) hat in der Salzburger Privatwirtschaft keinen ganzjährigen Vollerwerbsjob mehr! Die Arbeitslosigkeit hat den Höchststand des turbulenten Jahres 2009 erreicht. Dabei beginnt die neuerliche Krise jetzt erst! „Unser Wohlstand ist auf Zusatzarbeit gebaut!“, kritisiert ÖGB-Landesvorsitzender und AK-Präsident Siegfried Pichler und fordert: „Die Weichen müssen sofort auf einen anderen Kurs gestellt werden. Auch helfen Schönwetter-Analysen den Menschen nicht!“
Im Vorjahr sank in Salzburg die Arbeitslosigkeit  noch ein wenig. Damit ist es heuer vorbei: 2012 wird die Arbeitslosenrate von 4,5 auf 4,7 Prozent ansteigen. Salzburg hat praktisch den Höchststand an Arbeitslosen des Krisenjahres 2009 erreicht! Bei den Frauen liegen die Zahlen heute bereits über den Werten von 2009! „Während man damals aber angesichts des Dramas Konjunkturpakete schnürte, werden heute Sparparolen als politisches Credo ausgegeben“, kritisiert Pichler.

Ein Fünftel mehr Arbeitslose als vor zehn Jahren
Auch der 10-Jahres-Trend zeigt, dass mit dem Salzburger Arbeitsmarkt beständig bergab geht: Mit 13.337 Arbeitslosen im Oktober 2012 waren im Vergleich zum Oktober 2002 um 1116 Personen (9,1 Prozent) mehr arbeitslos. Die Zahl der Schulungsteilnehmer hat sich in derselben Zeit von 1667 auf 2962 (+77,7 Prozent) erhöht. Mit 16.299 Personen sind heute insgesamt rund ein Fünftel (+2411 / 17,4 Prozent) mehr Personen von Arbeitslosigkeit betroffen als vor 10 Jahren.

Und die Lage wird nicht besser. Ganz im Gegenteil. Die Unsicherheiten in der europäischen Finanz- und Wirtschaftspolitik und die Anzeichen einer abschwächenden Konjunktur belasten die wirtschaftliche Entwicklung. In den meisten Regionen schwächt sich das Wachstum kontinuierlich ab. Die Prognosen der zukünftigen Entwicklung werden permanent nach unten revidiert. Die Risiken weiterer Verschlechterungen sind aufgrund der labilen Finanzmärkte im Euroraum sehr hoch.
In Europa sind mehr als 25 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitslos (+ 8,5 Millionen gegenüber 2008). 14 Millionen Menschen zwischen 15 und 29 Jahren sind in der EU weder in Ausbildung noch in Beschäftigung.
Für Salzburg befürchten die AK-Experten, dass sich die Arbeitslosenrate im kommenden Jahr der 5-Prozent-Marke nähert.
Alles nur Panikmache? Es sind doch in Salzburg in den vergangenen 10 Jahren rund 31.000 neue Arbeitsplätze entstanden! „Das ist richtig: die Beschäftigung steigt. Man muss sich genau anschauen, wo die Arbeitsplätze entstanden sind, welche Jobs dies sind und wer sie bekommen hat“, sagt Siegfried Pichler.

9 Forderungen für einen besseren Weg

  • Über allem muss die „Qualität der Arbeit“ stehen. Alle wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen sind darauf auszurichten
  • Belohnung für Betriebe, die ältere Arbeitnehmer einstellen oder halten, eine spürbare finanzielle Abgabe für Betriebe, die ältere Arbeitnehmer zu kündigen
  • Wirtschaftsförderungen des Landes sollen an nachhaltige und soziale Kriterien gebunden werden. Wer sich zum Beispiel um Lehrlinge, Frauenbeschäftigung, alternsgerechtes Arbeiten oder Integration kümmert , bekommt mehr Geld
  • Förderungen bekommen nur Tourismusbetriebe, die Ganzjahresarbeitsplätze (mindestens 10 Monate pro Kalenderjahr) garantieren
  • Wenn der Dienstgeber ein echtes oder freies Dienstverhältnis beendet, das der Arbeitslosenversicherungspflicht unterliegt, muss er eine so genannte Auflösungsabgabe entrichten. Diese Abgabe soll im Fremdenverkehr  alle befristeten Dienstverhältnisse unter 6 Monate erfassen. Kurzfristige Unterbrechungen zum Ausgleich von Buchungsschwankungen sollen damit unattraktiv werden.
  • Das Praktikantenunwesen gehört abgestellt, Berufsumsteiger gehören gefördert, auch ohne, dass sie vorher arbeitslos gewesen sein müssen
  • Beruf und Familie müssen für beide, Frauen und Männer, optimal vereinbar sein. Dazu sind genügend hochwertige und leistbare Kinderbetreuungsplätze notwendig
  • Mehr Personal für das Arbeitsmarktservice (AMS), damit es bessere Beratungszeiten für Arbeitssuchende gibt.
  • Die rund 600-Investitions-Millionen im Bauwesen sollen so geplant werden, dass der Bautermindruck im Sommerhalbjahr reduziert und zusätzliche Winterarbeit entsteht.

Die vollständige Presseaussendung finden Sie unter: http://www.ak-salzburg.at/online/dramatische-lage-am-arbeitsmarkt-69758.html

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