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Salzburg

Gewerkschaft fordert Lehrlingsinspektorat

Wirtschaft muss Verantwortung wahrnehmen!

In einer Umfrage unter 2500 kaufmännischen Lehrlingen fragte die GPA-djp die Stimmungslage ab. Das erschreckende Ergebnis: Nur die Hälfte der befragten Lehrlinge (46%) will auch nach der Lehre den Lehrberuf weiter ausüben.

Einen Grund dafür sieht die Gewerkschaft, dass bei der Umfrage 52% der Lehrlinge unter 18 Jahren angaben trotz gesetzlichen Verbots Überstunden machen mussten.

 

Erfolgsmodell Lehre bewahren

"Es gibt viele, die gut ausbilden. Die Lehre ist immer noch ein Erfolgsmodell der Berufsausbildung. Wir wollen das auch für die Zukunft garantieren. Die Betriebe, die eine Lehrausbildung auf die leichte Schulter nehmen, müssen jedoch klar in ihre Schranken gewiesen werden. Wir stellen keine unmöglichen Forderungen auf, sondern wollen, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten und überprüft werden", sagt GPA-djp-Regionalgeschäftsführer Walter Steidl.

Dazu gehört laut Steidl, dass Tätigkeiten, die mit der Lehrausbildung nichts zu tun haben, nicht mehr angeordnet werden. Um dies zu überprüfen, fordert Steidl die Einrichrichtung eines Lehrlingsinspektorats.

 

Lehrlingsinspektorat schaffen

"Es kann nicht sein, dass Lehrbetriebe nicht überprüft werden können, ob sie ihre Lehrlinge ordentlich ausbilden. Jede/r Ausbilder/in kann mit den jungen Menschen machen was er/sie will. Auch wenn die Lehrlinge arbeiten, es sind junge Menschen, die etwas lernen wollen und das sollte dann in adäquater Qualität geschehen. Es muss auch leichter werden, Berechtigungen zur Lehrlingsausbildung zu entziehen", fordert Jürgen Fischer, Jugendvorsitzender der GPA-djp Salzburg.

"Unsere Umfrage zeigt ganz klar, welches Bild Lehrlinge von ihrer eigenen Ausbildung haben. Nachdem in Salzburg unter den Jugendlichen Vollbeschäftigung herrscht, müssen sich junge Menschen keine Sorgen um ihre Ausbildung machen. Wir bieten allen Lehrlingen an, sich über ihre Rechte zu informieren und im Falle von uns vertreten zu lassen", so Fischer abschließend.

 

Die Eckdaten der Umfrage

Es wurden 2.500 Lehrlinge befragt. Davon sind 23% männlich und 77% weiblich. Die befragten Lehrlinge wohnen in ganz Land Salzburg. 62% der Lehrlinge sind der Meinung, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind, ein Viertel fühlt sich als billige Arbeitskraft, jeder Zehnte fühlt sich vom Chef ausgenutzt und nur 38% fühlen sich fair behandelt. Auf die Frage was den typische Tätigkeiten für Lehrlinge wären, führten 47% Tätigkeiten an, die mit der Tätigkeit ihres Lehrberufes nichts zu tun haben. Mehr als 3/4 der Befragten mussten bereits etwas putzen. Fast 30% davon in Bereichen die mit dem eigenen Arbeitsplatz nichts zu tun haben. Fast alle Lehrlinge im Handel mussten schon einmal im Betrieb putzen (97%) davon jedoch überdurchschnittliche 44% in fremden Bereichen. Jeder Fünfte gab sogar an, das komplette Geschäft putzen zu müssen. 8% aller Befragten müssen die Toiletten im Betrieb reinigen!

Mehr als die Hälfte der Unter-18-Jährigen musste bereits Überstunden leisten. Fast jeder Zehnte bekommt diese nicht bezahlt. Bei den Über-18-Jährigen sind es bereits 64% die Überstunden leisten. 76% denken, dass ihr Lehrbetrieb bestmöglich ausbildet, ein Viertel sieht noch Verbesserungsbedarf im eigenen Betrieb. Ein Drittel fühlt sich bereits unter Druck gesetzt. Nur ein bisschen mehr als ein Drittel will nach der Lehre im Lehrbetrieb bleiben, im Handel sogar nur 28%. Nicht einmal die Hälfte (46%) der Befragten sieht sich auch nach der Lehre noch im erlernten Beruf, im Handel ist diese Zahl mit 37% um einiges niedriger.

 

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