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Salzburg

Schokolade mit bitterem Beigeschmack

Petition gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen

Der ÖGB Salzburg unterstützt die Petition gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen, die am gestrigen Welttag gegen Kinderarbeit von Nichtregierungsorganisationen aus 16 EU-Ländern in Leben gerufen worden ist. Nur wenige Stunden nach Kampagnenstart zeichnet sich bereits ab, dass die Ziele von „Make Chocolate Fair“ von zahlreichen KonsumentInnen geteilt werden. Im Lauf des heutigen Tages sind bereits hunderte Mitglieder dem Link im E-Mail-Aufruf des ÖGB gefolgt und haben die Petition unterschrieben. Sie unterstützen damit folgende Forderungen: faire Preise für Kakaobauern und Kakaobäuerinnen, damit deren Kinder nicht mitarbeiten müssen; die Zahlung existenzsichernder Löhne für PlantagenarbeiterInnen; die bedingungslose Einhaltung des Verbots von ausbeuterischer Kinderarbeit; die Unterstützung für eine ökologisch-nachhaltige und diversifizierte Landwirtschaft und eine unabhängige Kontrolle der Zulieferkette.

„Es ist erschreckend, dass immer noch hunderttausende Kinder unter katastrophalen Arbeitsbedingungen auf Kakaoplantagen arbeiten müssen“, sagt ÖGB-Landesgeschäftsführerin. „Bei ihrer Arbeit sind sie erheblichen Gesundheitsrisiken und gefährlichen Erntewerkzeugen ausgesetzt.“ Eine Erhebung durch die US-amerikanische Tulane-Universität habe ergeben, dass 820.000 Kinder in der Elfenbeinküste und ca. 1 Million Kinder in Ghana auf Kakaoplantagen arbeiten. Rund ein Viertel – 260.000 in der Elfenbeinküste und 270.000 in Ghana – muss unter sklavenartigen Bedingungen schuften.

Dies müsste alles nicht sein. Vor mehr als einem Jahrzehnt haben die weltgrößte Schokoladenproduzenten im Jahr 2011 auf massiven Druck der Zivilgesellschaft das Harkin-Engel-Protokoll unterzeichnet und sich damit verpflichtet, Maßnahmen gegen Kinderarbeit auf Kakaoplantagen zu setzen. Hintergrund damals war die Veröffentlichung einer Studie der UNICEF und des U.S. State Departements, welche unzählige Fälle von versklavten Kindern aus Mali, Burkina Faso und Togo auf Kakaoplanten in der Elfenbeinküste und Ghana öffentlich machte.

„Seit damals hat sich kaum etwas geändert“, weiß ÖGB-Landesvorsitzender AK-Präsident Siegfried Pichler. „Fristen zur Erfüllung der Forderungen sind immer wieder verschoben und somit schlichtweg ignoriert worden. Eine konkrete Umsetzung ist immer noch nicht in Sicht.“

Hirschbichler und Pichler sind überzeugt, dass mit der Petition erneut Druck auf die internationalen Konzerne aufgebaut werden kann. „Die KonsumentInnen haben es in der Hand die Dinge zu ändern. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, kann der Ausbeutung von Kindern ein Ende gesetzt werden.“

Online-Petition unterzeichnen

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