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Salzburg

ÖGB-Frauen: "Der 8. März ist unser Tag"

101 Jahre Frauentag: Gewerkschafterinnen in Salzburger Betrieben auf Infotour

Der internationale Frauentag wird heuer zum 101. Mal begangen. In diesen 101 Jahren wurde viel für die Gleichstellung der Frauen getan, echte Gleichstellung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft konnte jedoch noch immer nicht erreicht werden. Im Jahr 2012 geht es nach wie vor um die Verwirklichung von echter Chancengleichheit, um gleichberechtigte Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben und an politischen Entscheidungsprozessen.
Außerdem verdienen Frauen in Österreich noch immer bis zu 28% weniger als Männer (gerechnet auf Vollzeitbeschäftigung). Ein Grund dafür ist, dass sie auf der Karriereleiter im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen an der "gläsernen Decke" anstoßen. "Die schwierige Einkommenssituation der Frauen hat mehrere Gründe", erklärt Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig. "Frauen sind oftmals aufgrund der familiären Situation auf Teilzeitbeschäftigungen angewiesen. Außerdem bekommen sie für gleiche und gleichwertige Arbeit weniger Gehalt als Männer." 
 
Gegen eine vorzeitige Anhebung des Pensionsantrittsalters
Angesichts der anhaltenden Ungerechtigkeiten lehnt der ÖGB weiterhin eine vorzeitige Anhebung des Pensionsantrittsalters bei Frauen ab. "Eine vorgezogene Angleichung des Antrittsalters würde besonders am Arbeitsmarkt zusätzliche Problemfelder aufwerfen, die für viele für viele Frauen nur finanzielle Nachteile bringen würde. Schließlich ist die Erwerbstätigkeit der 55- bis 64-Jährigen niedrig und die Arbeitslosigkeit hoch", weiß ÖGB-Frauensekretärin Gabi Proschofski. "Eine vorzeitige Anhebung des Pensionsantrittsalters würde somit dazu führen, dass viele Frauen vor ihrer Pension arbeitslos würden und ihre Pension dadurch erheblich vermindert würde."
 
Schwerpunkt: Verbesserung der Karenzanrechnungszeiten
Ebenfalls auf der Tagesordnung bleibt für die ÖGB-Frauen das Schließen der Einkommensschere. In diesem Zusammenhang verweist Proschofski auf den im Jahr 2011 gestarteten Schwerpunkt der Verbesserung der Anrechnung von Karenzzeiten vor allem in Frauen dominierten Branchen. "Unter anderem ist den Gewerkschaften in den Kollektivverträgen für den Handel, für das Gewerbe oder für den Gesundheits- und Sozialbereich (BAGS) sowie bei den Abschlüssen der Metaller oder bei der Caritas eine Verbesserung gelungen", erklärt Proschofski. In anderen großen Branchen wie etwa bei den Energieversorgungsunternehmen oder in der Sozialversicherung werden Karenzzeiten bereits seit dem Vorjahr oder noch länger vorher angerechnet.
Hintergrund: Beschäftigte steigen je nach Kollektivvertrag alle zwei bis drei Jahre in eine höhere Gehaltsstufe auf. Frauen, die eine Babypause machen, und diese noch immer gar nicht oder nur teilweise angerechnet bekommen, sind also klar benachteiligt, was Urlaubsanspruch, Entgeltfortzahlung, Kündigungsfrist, Jubiläumsgelder und vor allem eben die Vorrückungen betreffen kann.
Deswegen bleibt die bessere Anrechnung von Karenzzeiten  in allen Branchen auf der Agenda. "Bei Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie bei der Pensionsberechnung dürfen Frauen, die Zeit in die Betreuung ihrer Kinder investieren, nicht benachteiligt werden. Die Gewerkschaft wird die Arbeitgeber auch in Zukunft in die Pflicht nehmen", so Proschofski.
 
Salzburger GewerkschafterInnen im Einsatz
Rund um den 101. internationalen Frauentag sind auch heuer wieder Salzburger GewerkschafterInnen im Einsatz, um Frauen auf die unterschiedlichen Ungerechtigkeiten hinzuweisen. Im Mittelpunkt stehen dabei Entgeltgleichheit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und gleiche Karrierechancen. Gefordert wurden ein kollektivvertragliches Mindesteinkommen von 1300 Euro brutto bei Vollzeitbeschäftigung, eine gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit, gleiches Einkommen für gleichwertige Arbeit und mehr Frauen in Führungspositionen.

Mit ihrem Forderungsprogramm besuchen die ÖGB-Frauen heuer folgende Salzburger Betriebe:

  • 5. März: MACO-Beschläge, Salzburg
  • 6. März: Seniorenheim Lofer, Krankenhaus Mittersill, Fahnen Gärtner
  • 7. März: Atomic, Altenmarkt; KARO Bischofshofen
  • 8. März: Kaindl, Wals; Postverteilzentrum Wals; Seniorenheim Hellbrunn, Seniorenheim Itzling

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