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Salzburg

Flexibilisierung bedeutet Lohnkürzung

Überstunden sollen möglich, aber nicht die Regel sein!

Die ÖVP hat einen Frontalangriff auf unser Geldbörsel und unsere kostbare Freizeit gestartet. Sie will großflächig den 12-Stunden-Arbeitstag einführen. Wir sollen mehr arbeiten. Ohne mehr Lohn! Das nennt sich dann „Flexibilisierung“. Salzburgs ÖGB-Landesvorsitzender AK-Präsident Pichler warnt: „Dieser Vorstoß ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und wäre ein Rückschritt ins Mittelalter!“
ArbeitnehmerInnenrechte, faire Löhne sowie Freizeit und Familie haben offenbar keine Priorität in Michael Spindeleggers ÖVP. Sie fordert – bei gleichbleibendem Lohn – großflächig die Einführung des 12-Stunden-Tages. Nach den ursprünglichen Plänen sollen diese langen Arbeitszeiten in den Betrieben sogar ohne Zustimmung der Gewerkschaften vereinbart werden. „Dabei geht es nicht um Flexibilität. Die ist nur ein Feigenblatt für Lohndumping und das Aushöhlen der Kollektivverträge“, ist der ÖGB-Landesvorsitzende überzeugt. Schließlich sind flexible Arbeitszeiten schon jetzt durch Überstunden und Zeitausgleich über das vorgegebene Maß hinaus möglich – teilweise sogar zuschlagsfrei. Solche Mehrstunden sind für manche ein wichtiger Teil des Gehalts. Die Wirtschaft zahlt etwas mehr. Dafür kann sie die geleisteten Arbeitsstunden anpassen.
„Die Flexibilität, die Spindelegger meint, ist dagegen nur für Unternehmen etwas Positives“, kritisiert Pichler. „Für die ArbeitnehmerInnen bedeutet sie ein Minus an Freizeit, Planungssicherheit und Einkommen.“
Österreichs Beschäftigte könnten durch die Idee des Vizekanzlers bis zu einer Milliarde Euro an Zuschlägen verlieren.
2012 leisteten zwei Drittel der Salzburger häufig oder gelegentlich Überstunden. 5 von 21 Millionen dieser jährlichen Überstunden sind unbezahlt. Bei einer 38,5 Stunden-Woche entspricht das 100 bis 117 Millionen Euro - oder 2.500 Jobs. „Geleistete Überstunden gehören fair abgegolten. Und wenn sie zur Regel statt zur konjunkturbedingten Ausnahme werden, dann braucht es neue Arbeitsplätze, keinen 12-Stunden-Tag“, so Siegfried Pichler.

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