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Salzburg

Salzburgerinnen arbeiten 93 Tage gratis

Noch immer um 25,4 Prozent weniger Einkommen.

Anlässlich des Equal-Pay-Day haben die ÖGB-Frauen Salzburg auch heuer wieder landesweit darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen noch immer weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Österreichweit beträgt der durchschnittliche Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern bei Vollzeitarbeit noch immer 23,2 Prozent. Das bedeutet, dass ein Mann schon am 8. Oktober so viel verdient hat, wie eine Frau in einem ganzen Jahr verdienen wird.


Noch trister sieht die Situation in Salzburg aus. Für das Bundesland Salzburg lässt sich der Equal-Pay-Day für den 30. September errechnen. Die Salzburgerinnen verdienen somit im Durchschnitt 25,4 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Statistisch gesehen bedeutet dies für sie 93 Tage unbezahlte Arbeit bis zum Jahresende. Während die Bezirke den Schnitt drücken (Tennengau und Flachgau, 19. 9.; Pongau, 21. 9.; Lungau und Pinzgau, 27. 9.) liegen nur die Frauen in der Stadt Salzburg über dem Österreich-Schnitt. Aber auch sie arbeiten ab dem 12. Oktober gratis.
Im Österreich-Vergleich liegt Salzburg an vierter Stelle. Noch größer als in Salzburg ist die Einkommensschere nur noch in Vorarlberg (EPD: 8. 9.), Oberösterreich (EPD: 23. 9.) und Tirol (EPD: 27. 9.). Die geringsten Einkommensunterschiede gibt es statistisch betrachtet in Wien. Dort verdienen Frauen „nur“ um 19,2 Prozent weniger als Männer (EPD: 22. 10.).

„Dass Frauen noch immer zwischen drei und vier Monaten länger als Männer für das gleiche Geld arbeiten müssen, ist unerträglich und unfair. Wir kämpfen mit aller Kraft dafür, dass Frauen endlich gerecht entlohnt werden“, sagt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig. Gemeinsam mit dem stellvertretenden ÖGB-Landesvorsitzenden Johann Auer und zahlreichen weiteren FunktionärInnen wurde heute unter dem Motto „Wir scheren uns darum, dass die Einkommensschere geschlossen wird“ im Rahmen eines Flashmob auf das Thema aufmerksam gemacht.

„Es ist kein Naturgesetz, dass Frauen weniger verdienen müssen als Männer. Schließlich ist Österreich bei den Einkommensunterschieden ein Negativbeispiel in Europa“, berichtet Frauensekretärin Sarah Gehrer. Aus anderen Ländern kenne man die Rezepte, die zu mehr Gerechtigkeit führen. So müsse Beruf und Familie leichter vereinbar sein. Darüber hinaus müsse Frauenarbeit und Stärken von Frauen finanziell besser anerkannt werden. „Dazu braucht es eine bessere Bezahlung in Branchen, in denen viele Frauen tätig sind“, erklärt Gehrer. Außerdem wollen die ÖGB-Frauen mehr Frauen in Führungsetagen sehen. „Positive Veränderungen für Frauen haben wir in Unternehmen erlebt, die sich ernsthaft mit den Einkommensberichten auseinandergesetzt haben. Wir fordern deshalb, dass die Einkommen in allen Betrieben offengelegt werden“, sagt Gehrer.

Die Forderungen der ÖGB-Frauen lauten:

  • kollektivvertraglicher Mindestlohn bzw. –gehalt von 1500 Euro
  • Verpflichtung zur Einkommensangabe in allen Stelleninseraten
  • Weiterentwicklung der Einkommensberichte
  • Verankerung von Frauenförderung als erzwingbare Betriebsvereinbarungen
  • Nachweisliche betriebliche Frauenförderung als Voraussetzung für die Vergabe bestimmter Unternehmenssubventionen und öffentlicher Aufträge 
  • Mehr Frauen in Führungspositionen in Unternehmen und Institutionen mit dem Ziel, schrittweise den Frauenanteil der Beschäftigten auch im Management zu repräsentieren. 
  • Anrechnung der Karenzzeiten auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche(analog Präsents- und Zivildient)
  • Höhere Gehälter der Beschäftigten in frauendominierten Branchen, insbesondere im Dienstleistungssektor, im Bereich Gesundheit und Pflege, im Sozialbereich, sowie in allen Bereichen der Bildung.
Flashmob-Video auf youtube und Fotos auf facebook.

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