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Salzburg

Metaller-KV: Arbeitnehmer drohen mit Streik

Keine Einsparungen auf Kosten der Arbeitnehmer

Die Lohnverhandlungen bei den Metallern treten nach wie vor auf der Stelle. Für die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-DJP ist das Angebot des Fachverbands Metallindustrie nach wie vor inakzeptabel: „Eine knauserige Lohnerhöhung an die Zustimmung zu einem zuschlagsfreien Zeitkonto zu koppeln ist schlicht Erpressung“, sind die Gewerkschafter Peter Eder und Rudolf Blaha verärgert. „Außerdem würde das für die 12.000 Beschäftigten fast um ein Fünftel weniger an Jahreseinkommen bedeuten. Wir fordern den FMMI auf, die Arbeitnehmer und Gewerkschaften endlich mit Respekt zu behandeln, denn das ist kein Verhandlungsstil!“ Sollten die Arbeitgeberseite nicht einlenken, stehen die Zeichen auf Streik.

Auch die vierte Runde bei den Metaller-Lohnverhandlungen ist gescheitert. Die Arbeitgeberseite hat ihr Angebot auf 2,3 Prozent erhöht, trotzdem fühlen sich die Gewerkschaften PRO-GE und GPA-DJP  vom FMMI (Fachverband Maschinen & Metall Industrie) provoziert und verhöhnt. Zum einen, weil die in Aussicht gestellten 2,3% gerade einmal der Inflationsrate entsprechen und zum anderen, weil der FMMI nicht von seiner Forderung eines zuschlagsfreien Zeitkontos abrücken will. 

Zeitkonto bedeutet massiven Einkommensverlust für die Beschäftigten
Warum die Gewerkschaften die Einführung eines Zeitkontos so strikt ablehnen, erklärt Peter Eder, Landessekretär der PRO-GE: „Ein zuschlagsfreies Zeitkonto würde teils beträchtliche Einkommensverluste für die 12.000 Beschäftigten des Fachverbands MMI bedeuten. Allein 167,4 zuschlagsfreie Stunden bedeuten schon ein 6%iges Minus des Jahreseinkommens. Wenn die 167,4 Stunden dann auch noch auf ein Zeitkonto gehen und nicht zur Auszahlung kommen, wäre das bereits ein Minus von 18,58% des Jahreseinkommens! Würden die Gewerkschaften einem jährlichen Einkommensverlust von fast einem Fünftel zustimmen, wäre das ein Verrat an unseren Mitgliedern!“

Verhandlungsstil des FMMI ist unter der Gürtellinie
Außerdem sorgt der Verhandlungsstil der Arbeitgeberseite für Unmut bei den Gewerkschaften. „Die Lohnerhöhung von der Zustimmung zu diesem arbeitnehmerfeindlichen Zeitkonto abhängig zu machen, ist Erpressung“, sagt Rudolf Blaha, Regionalsekretär der GPA-DJP. „Eine solche Respektlosigkeit und Geringschätzung haben sich vor allem die Beschäftigten nicht verdient! Wir fordern erneut einen sozialpartnerschaftlichen Dialog mit Respekt und Wertschätzung!“

Forderungen der Gewerkschaften bleiben aufrecht
Eder und Blaha: „Wir fordern eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 100 Euro auf die Ist-Löhne und Gehälter, mindestens jedoch eine Erhöhung um 3,4 Prozent sowie eine entsprechende Erhöhung der Mindestlöhne und Mindestgrundgehälter!“ Insbesondere die niedrigen Lohn- und Gehaltsgruppen würden von einem Mindestbetrag von 100 Euro stark profitieren und Erhöhungen deutlich über 3,4 Prozent erhalten. „Die stärkere Anhebung der niedrigen Einkommen ist ein wichtiger Impulsgeber für die Inlandsnachfrage und die Konjunktur“, geben die Salzburger Gewerkschafter zu bedenken.

Flächendeckende Betriebsversammlungen und Streik möglich
Am 29.10. findet die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaften und FMMI statt. „Sollte die Arbeitgeberseite ihren Verhandlungsstil nicht grundlegend ändern und uns sowie die Beschäftigten endlich mit Respekt behandeln, dann wird es flächendeckende Betriebsverhandlungen samt Streikvorbereitungen geben“, kündigen Eder und Blaha an.

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