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Salzburg

7. Oktober: Welttag für menschenwürdige Arbeit

Anlässlich des Welttags für menschenwürdige Arbeit am Dienstag, 7. Oktober, spricht sich ÖGB-Landesvorsitzender AK-Präsident Siegfried Pichler erneut für eine rasche Umsetzung des ÖGB/AK-Lohnsteuermodells aus. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen von ihrer Arbeit leben können. Aufgrund der eklatanten Schieflage im Steuersystem fällt es den Menschen allerdings zunehmend schwerer ihren Lebensunterhalt zu bewältigen. Von den guten Lohn- und Gehaltserhöhungen, die die Gewerkschaften Jahr für Jahr erkämpfen, bleibt den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern netto zu wenig übrig“, weiß Pichler. 
 
Lohnsteuerreform muss schon 2015 erfolgen
Mittlerweile unterstützen mehr als 740.000 ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen das Lohnsteuermodell von ÖGB und AK mit ihrer Unterschriften. Täglich kommen tausende Unterschriften hinzu. „Dieser Rückhalt in der Bevölkerung zeigt, dass eine Reform das Gebot der Stunde ist. Die Regierung muss für eine rasche Umsetzung des gut durchdachten ÖGB/AK-Modells sorgen. Die hart arbeitenden Menschen haben sich eine anständige Reform verdient. Angesichts der unfairen Entwicklung im Steuersystem – 2014 übersteigen Einnahmen aus Lohnsteuern erstmals die Einnahmen aus Umsatzsteuern –  muss die Reform möglichst rasch umgesetzt werden. Aus Sicht der Gewerkschaft ist der 1. 1. 2016 jedenfalls zu spät“, sagt Pichler.
 
Solidarität mit kambodschanischen TextilarbeiterInnen
ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler erinnert am Welttag für menschenwürdige Arbeit an die erschreckenden Ereignisse in der Bekleidungsindustrie in den vergangenen Wochen und Monaten. Jüngstes Beispiel ist Kambodscha wo bei einem Streik für bessere Mindestlöhne Anfang des Jahres vier Menschen erschossen, 40 schwer verletzt und 23 festgenommen wurden. „In den kambodschanischen Textilfabriken arbeiten nach wie vor tausende TextilarbeiterInnen unter unmenschlichen Bedingungen. Überstunden, schlechte Belüftung, chemische Dämpfe, Hitze und Unterernährung führen dazu, dass viele von ihnen am Arbeitsplatz ohnmächtig werden – für einen Mindestlohn von 100 US-Dollar“, weiß Hirschbichler. 
 
KonsumentInnen können Situation verbessern
„Die EU hat es in der Hand die Situation in Ländern wie Kambodscha oder Bangladesch zu verbessern", sagt Hirschbichler. „In Handelsabkommen kann und soll sie sich dafür einsetzen, dass vor allem im Textilbereich existenzsichernde Löhne bezahlt werden." Nach Ansicht Hirschbichlers könnte sich die Industrie dies locker leisten. „Bei einem durchschnittlichen T-Shirt, das in Europa verkauft wird, entfallen derzeit nur drei Prozent des Preises auf den Lohn für die NäherInnen“, so Hirschbichler.
 
An die KonsumentInnen appelliert sie, sich über die Arbeitsbedingungen in den Herstellungsländern zu informieren. "Mit der Änderung ihres Kaufverhaltens können sie Druck auf die Herstellerfirmen ausüben, damit diese die berechtigten Forderungen der ArbeiterInnen berücksichtigen. Darüber hinaus können KonsumentInnen die Forderungen der kambodschanischen NäherInnen nach einem Mindestlohn von 177 US-Dollar mittels Petition unter www.cleanclothes.at unterstützen“, erklärt die ÖGB-Landesgeschäftsführerin.

 

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