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Salzburg

Höchste Zeit für Einkommensgerechtigkeit

„Wir haben bereits vieles erreicht, trotzdem gibt es noch vieles zu tun“, sagt ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Sissy Dobernig anlässlich des Internationalen Frauentags. Auch in Salzburg hinken die Fraueneinkommen noch immer hinter den Männereinkommen hinterher. Für die ÖGB-Frauen sind  ein durchgehendes kollektivvertragliches Mindestentgelt von 1500 Euro pro Monat und ein bezahlter Papa-Monat wesentliche Schritte für mehr Einkommensgerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

„Der jüngste Bericht von Eurostat zu den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen hat bestätigt, dass Frauen noch immer für die gleiche Arbeit im Schnitt fast ein Viertel weniger Geld bekommen als ihre männlichen Kollegen. Ein kollektivvertragliches Mindestentgelt von 1500 Euro bei Vollzeitarbeit ist ein notwendiger Schritt, um die bestehende Lücke zu schließen. Schließlich arbeiten noch immer mehr Frauen als Männer in Niedriglohnbranchen. Sie würden durch höhere Mindestlöhne eindeutig profitieren“, erklärt Dobernig.

ÖGB/AK-Lohnsteuermodell würde Entlastung für Frauen bringen
In diesem Zusammenhang plädiert die Salzburger Landesfrauenvorsitzende für die rasche Umsetzung der Lohnsteuerreform nach dem ÖGB/AK-Modell. „Das von uns vorgelegte Modell sieht besonders hohe Entlastungen für NiedrigverdienerInnen vor. Von einer Erhöhung der Negativsteuer würden überproportional viele Frauen profitieren“, erklärt Dobernig. Zudem fordern die ÖGB-Frauen weiterhin den Ausbau von flächendeckenden und ganztägigen Kinderbildungseinrichtungen, um es mehr Frauen zu ermöglichen eine Vollzeitarbeitsstelle aufzunehmen. „Das wäre eine Möglichkeit, um Frauen ein Einkommen zu sichern, von dem sie auch leben können, und zusätzlich ist es ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit von Männern und Frauen. Erst wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie tatsächlich gewährleistet ist, können auch Frauen mit Kindern ihre berufliche Situation verbessern“, so Dobernig weiter.

Mehr Väter für Kindererziehung begeistern
Im Sinne der gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung fordern die ÖGB-Frauen die Einführung eines bezahlten Papa-Monats. Bisher kann der Papa-Monat nur im Öffentlichen Dienst in Anspruch genommen werden und ist unbezahlt. „Kindererziehung ist keine rein weibliche Angelegenheit. Unser Ziel ist es daher, dass alle Väter die Chance und Möglichkeit haben, von Anfang an für die Kinder da zu sein. Ein bezahlter Papa-Monat mit voller arbeits- und sozialrechtlicher Absicherung ist längst überfällig und wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Die Einführung eines Papa-Monats würde dazu führen, dass mehr Männer in Karenz gehen und Frauen schneller ins Erwerbsleben zurückkehren könnten“, sagt Dobernig.

Bewusstseinsbildung für mehr Gerechtigkeit
Vorrangiges Ziel der ÖGB-Frauen ist das Vorantreiben der Bewusstseinsbildung auf politscher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene. „Wir brauchen einen intensiven Diskussionsprozess in der Gesellschaft über den Wert der Arbeit, die Frauen leisten. Nur dadurch können wir eine Neubewertung und eine Anerkennung der Leistungen von Frauen in der Arbeitswelt fördern“, erklärt Landesfrauensekretärin Sarah Gehrer.

 

 

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