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Salzburg

70 Jahre für Gerechtigkeit: ÖGB feierte Geburtstag

Mit einer Festveranstaltung wurde das 70-jährige Bestehen des ÖGB Salzburg heute, Freitag, würdig begangen. Neben dem Rückblick auf 70 Jahre Einsatz für Gerechtigkeit wurde auch ein Blick auf die Zukunft der Gewerkschaftsbewegung geworfen. Eines ist jedenfalls klar: Ohne den ÖGB würde sich die Arbeitswelt in Österreich komplett anders präsentieren. Den Menschen würde es bedeutend schlechter gehen. Alle wichtigen sozialpolitischen Errungenschaften der vergangenen sieben Jahrzehnte tragen die Handschrift des Österreichischen Gewerkschaftsbundes.

ÖGB-Landesvorsitzender AK-Präsident Siegfried Pichler erinnerte in seiner Eröffnungsrede an die Kernziele der Gewerkschaftsbewegung, die nach wie vor Gültigkeit haben: Gute, gerechte und menschenwürdige Arbeitsbedingungen, eine starke soziale Absicherung und ein freier Bildungszugang.
„70 Jahre ÖGB bedeuten 70 Jahre konsequente Interessensvertretung für ArbeitnehmerInnen, 70 Jahre Solidarität und 70 Jahre Kampf für mehr Gerechtigkeit und Chancengleichheit“, sagte Pichler.


Der ÖGB ist treibender Motor der Sozialpolitik
„Alle wichtigen sozialpolitischen Errungenschaften der vergangenen sieben Jahrzehnte tragen die Handschrift der Gewerkschaftsbewegung. Vom ,Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz‘ mit der Pensions-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung, über das Kollektivvertragsgesetz, dem Arbeitsverfassungsgesetz, dem Mutterschutzgesetz, bis hin zu den Arbeitszeitverkürzungen von der 45-Stunden-Woche zur 40-Stunden-Woche und darunter, der Erhöhung des Urlaubsanspruchs von früher drei auf bis zu mittlerweile sechs Wochen und nicht zu vergessen dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, das eben nicht gesetzlich geregelt, sondern nur durch die Kollektivverträge der Gewerkschaften abgesichert ist“, erklärte Pichler.


Der Gewerkschaftsvorsitzende verwies auf eindrucksvolle Zahlen. Jährlich werden 850 Kollektivverträge abgeschlossen. 98 Prozent aller unselbstständig Erwerbstätigen profitieren dadurch. Insgesamt werden 125 Milliarden Euro bewegt, fast 50 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung.

ÖGB im Einsatz für bessere Arbeits- und Lebensumstände
„Heute wie damals geht der Aufgabenbereich der Gewerkschaftsbewegung weit über die Wahrung der Rechte der ArbeitnehmerInnen heraus“, sagte Pichler. „Bis heute setzt sich die Gewerkschaftsbewegung für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensumstände ein. Sie steht für den Aufbau des Sozialstaats, aber auch für dessen Verteidigung. Ein demokratischer Staat ist ohne Gewerkschaften unvorstellbar. In Diktaturen gibt es keine freien Gewerkschaften. Sie stehen damit wesentlich für die Erhaltung des inneren und sozialen Friedens“, so Pichler.


Als kommende Herausforderungen skizzierte Pichler den Kampf gegen die Massenarbeitslosigkeit, den Einsatz für ein funktionierendes Gesundheitssystem und die Absicherung des solidarischen Pensionssystems. „Wir wollen, dass alle Menschen in diesem Land, die arbeitsfähig und arbeitswillig sind Arbeit finden. Eine Arbeit, von der man anständig und menschenwürdig leben kann. Wir wollen ein funktionierendes Gesundheitssystem, das bei der Behandlung nicht unterscheidet, ob man viel oder wenig verdient und das solidarisch finanziert ist. Wir wollen, dass die Menschen nach einem langen Arbeitsleben nicht in die Armutsfalle kommen. Ein solidarisches Pensionssicherungssystem ist immer noch die beste Grundlage dafür und nicht irgendwelche dubiosen Versprechungen privater Pensionsmodelle. Wer 45 Jahre gearbeitet und Beiträge geleistet hat, hat sich einen menschenwürdigen Lebensabend verdient. Und schließlich wollen wir, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung bekommen, damit sie einer guten Zukunft entgegensehen können. Wir wollen Chancengleichheit für alle – nicht nur teure Ausbildungen in Privatschulen“, stellte Pichler klar.

Der ÖGB bleibt starker Partner der ArbeitnehmerInnen
Auf die Gewerkschaften und die Arbeiterkammer können sich ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen jedenfalls auch in Zukunft verlassen. „Wir werden auch künftig mit aller Konsequenz für eine bessere, eine gerechtere und eine menschlichere Zukunft, in der jeder die gleichen Chancen vorfindet, nicht diskriminiert und respektvoll behandelt wird, kämpfen. Unsere Väter und Mütter haben dafür gekämpft, dass es ihren Kindern einmal besser gehen möge. Wir sind noch lange nicht am Ziel. Es gibt noch viel wofür es sich zu kämpfen lohnt“, schloss Pichler.


BetriebsrätInnen als Rückgrat der Gewerkschaftsbewegung
ÖGB-Landesgeschäftsführerin Heidi Hirschbichler hob die zentrale Bedeutung der BetriebsrätInnen am Erfolg der Gewerkschaftsbewegung hervor. „Die BetriebsrätInnen sind das gewerkschaftliche Sprachrohr in den Betrieben. Dank ihrer Hilfe ist es dem ÖGB Salzburg im abgelaufenen Jahr gelungen wieder zu wachsen und die 65.000-Mitglieder-Marke zu überschreiten. Die rund 4800 Salzburger BetriebsrätInnen sind tagtäglich unentgeltlich im Einsatz, um die Interessen Ihrer KollegInnen im Betrieb durchzusetzen“, strich Hirschbichler hervor.


Dem Einsatz der BetriebsrätInnen sei es letztendlich auch zu verdanken, dass die Unterschriftenaktion im Rahmen der Kampagne „Lohnsteuer runter!“ so erfolgreich verlaufen ist. Innerhalb weniger Monate sind mehr als 882.000 Unterschriften gesammelt worden. Mit dieser Unterstützung im Rücken ist es dem ÖGB gelungen, dass keine politische Partei mehr am Thema Lohnsteuersenkungen vorbeigekommen ist und dass die Regierung letztendlich im Mai die nunmehr präsentierte Reform präsentiert hat. „Auch wenn unsere Kritiker jetzt versuchen die Reform schlecht zu reden, darf nicht vergessen werden, dass beinahe das komplette Volumen ArbeitnehmerInnen und PensionistInnen zugutekommt. Insbesondere Niedrig- und Mittelverdiener werden entlastet“, stellte Hirschbichler klar.

 

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