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Salzburg

ÖGJ fordert Schaffung eines Lehrlingsinspektorats

Immer wieder kommt es vor, dass Lehrlinge zum Jausenholen und Bodenwischen eingesetzt werden, statt berufsrelevante Tätigkeiten vermittelt zu bekommen.
Immer wieder kommt es vor, dass Lehrlinge zum Jausenholen und Bodenwischen eingesetzt werden, statt berufsrelevante Tätigkeiten vermittelt zu bekommen.

Aktuell beginnen im Bundesland Salzburg wieder tausende Jugendliche ihre Lehrausbildung. Während sich der Großteil auf den neuen Lebensabschnitt freuen darf, werden andere mit der oftmals harten Realität des Arbeitslebens konfrontiert. Statt einer fundierten Ausbildung in ihrem Lehrberuf werden sie für berufsfremde Tätigkeiten eingesetzt. Im schlimmsten Fall steht für sie das tägliche Wischen des Fußbodens und Jausenholen auf dem Programm.

„Erst kürzlich hat die Arbeiterkammer Salzburg für einen Lehrling 11.000 Euro erstritten, weil dieser statt etwas zu lernen als billige Arbeitskraft eingesetzt wurde“, weiß Marco Kern, Vorsitzender der Gewerkschaftsjugend. Manuel F. hatte sich im Jahr 2011 für eine Lehre als Mechatroniker entschieden, war letztendlich jedoch ausschließlich damit beschäftigt Schaltkästen fast im Akkord zusammenzubauen oder Verteiler auszuliefern. Trotz Interventionen der AK änderte sich nichts und Manuel bekam vom eigentlichen Berufswunsch – Mechatroniker – nicht viel mit.

17% der Salzburger Lehrlinge fallen bei Prüfung durch
In dieses Bild passen auch die erschreckend hohen Durchfallraten bei den Lehrabschlussprüfungen. So sind in Salzburg im Jahr 2014 4308 Jugendliche zur Lehrabschlussprüfung angetreten. 717 bzw. 16,64% schafften die Prüfung beim ersten Anlauf nicht. „Auch wenn die Wirtschaftskammer die Zahlen zu relativieren versucht und betont, dass unter Berücksichtigung der Wiederholungsprüfungen die Durchfallrate im Jahr 2013 bei 4,6 Prozent gelegen ist, sind auch diese 4,6 Prozent noch viel zu hoch“, betont Jugendsekretär Samed Aksu. „Es ist hinlänglich bekannt, dass inbesondere Personen ohne abgeschlossene Ausbildung Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt haben. Es braucht daher dringend Angebote, um den Erfolg bei den Lehrabschlussprüfungen nachhaltig zu heben.“

Gewerkschaftsjugend fordert Schaffung eines Lehrlingsinspektorats
Marco Kern erinnert in diesem Zusammenhang an die Gewerkschaftsforderung nach der Schaffung eines Lehrlingsinspektorats. „Das neu einzurichtende Lehrlingsinspektorat muss überprüfen können, ob Lehrlinge ihrem Berufsbild entsprechend ausgebildet werden. Wenn Verstöße festgestellt werden muss es auch leichter werden Berechtigungen zu entziehen“, stellte Kern fest. Für ihn steht fest, dass durch die Maßnahme die Qualität der Ausbildung und somit das Wissen für die Abschlussprüfung gesteigert würde.

 

 

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