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Salzburg

Internatskosten belasten Lehrlinge enorm

Stefan Stögermair, Samed Aksu, Jasmin Ntwanya, Julia Matousch, Oliver Görze, Stojan Dobras und Osman Günes (v. l.).

Ohne die elterliche Unterstützung könnten sich zahlreiche Lehrlinge ihre Ausbildung nicht mehr leisten. Die Tatsache, dass nur ein Teil der Lehrlinge die Kosten fürs Berufsschulinternat durch den Arbeitgeber ersetzt bekommt, wirkt sich negativ aufs Geldbörsel aus. Schließlich kosten neun Wochen im Berufsschulinternat zwischen 600 und 900 Euro. Mit einer monatlichen Lehrlingsentschädigung von 645 Euro im 1. Lehrjahr im Gastgewerbe, stoßen Lehrlinge schnell an ihre finanziellen Grenzen.

1200 Unterschriften für „Zimmer statt Zelt“
Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, hat die Gewerkschaftsjugend Salzburg in den vergangenen Tagen vor Salzburgs Berufsschulen Unterschriften für die Kampagne „Zimmer statt Zelt“ gesammelt und auf diese Weise mehr als 1200 Jugendliche zur Unterstützung bewogen. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung vor dem Salzburger Kolpinghaus am gestrigen Abend wurden Salzburger Jugendliche noch einmal auf die zentralen Forderungen aufmerksam gemacht. Neben der Information über die Kampagne stand der Gedankenaustausch mit den Jugendlichen im Vordergrund. Für das kulinarische Wohl war mit kostenlosem Kebap und Getränken gesorgt.

Schlechte Rahmenbedingungen sind Mitschuld an Lehrlingsmangel
„Die Anwesenden haben uns bestätigt, dass die Internatskosten für sie eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Ein verpflichtende Übernahme, die in den Kollektivverträgen geregelt wäre, würden sie begrüßen“, erklärt ÖGB-Jugendsekretär Stefan Stögermair. Angesichts der aktuellen Diskussion über die gesunkenen Lehrlingszahlen in Tourismus und Gastronomie, verweist er darauf, dass auch in diesem Bereich die Lehrlinge die Kosten fürs Internat selber tragen müssen. „Den Arbeitgebern muss bewusst sein, dass die Jugendlichen bei ihrer Berufswahl neben den persönlichen Interessen auch die Rahmenbedingungen, die die Ausbildung mit sich bringt, berücksichtigen. Wenn die Arbeitgeber ernsthaft etwas gegen den Nachwuchsmangel unternehmen wollen, wäre die Übernahme der Internatskosten ein erster Schritt.“
 
2200 Salzburger Lehrlinge müssen Internatskosten selber tragen
„Nicht nur Lehrlinge im Tourismus müssen ihre Internatskosten selber tragen. Die finanzielle Belastung trifft Lehrlinge in den unterschiedlichsten Branchen wie bei Bäckereien, Banken, im Güterbeförderungsgewerbe, in der IT oder im pharmazeutischen Großhandel wenn keine Betriebsvereinbarung existiert“, erklärt Stögermair. „Insgesamt müssen salzburgweit rund 2200 der insgesamt 8500 Lehrlinge die Kosten für das Internat selbst tragen.“

 

 

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