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Steiermark
Demonstration GPA-djp Demonstration in St. Ruprecht an der Raab

Endlich einen KV für die Drucker verhandeln!

GPA-djp demonstrierte vor Druckerei

Rund 500 TeilnehmerInnen folgten am 4. Oktober dem Aufruf der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier), vor dem Unternehmen Universitätsdruckerei Klampfer in Sankt Ruprecht an der Raab zu protestieren und lautstark einen bundesweiten Kollektivvertrag zu fordern. 

Denn bereits seit Mitte Juni 2017 müssen die rund 9 000 Beschäftigten des Grafischen Drucks in Österreich ohne den Schutz eines Kollektivvertrages arbeiten. Etliche Gespräche mit den ArbeitgeberInnen, um rasche Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag aufzunehmen, blieben bisher ohne Ergebnis. Erste ArbeitgeberInnen haben begonnen, aus diesem kollektivvertragsfreien Zustand Kapital zu schlagen - darunter auch die Universitätsdruckerei Klampfer, in der es bereits Verschlechterungen für ArbeiterInnen gegeben hat. 

Der steirische ÖGB-Vorsitzende Horst Schachner sprach den betroffenen Beschäftigten seine Solidarität aus. Der Aushebelung des Kollektivvertrages durch den Verband "Druck und Medientechnik" hielt er entgegen: "Wehret den Anfängen!", weil dies kein faires Vorgehen sei und somit eine Antwort von gewerkschaftlicher Seite notwendig gemacht habe. Das österreichische System der Kollektivvertragsverhandlungen und der Vertragstreue müsse aufrechterhalten werden. Auch AK-Präsident Josef Pesserl verlangte ein faires Miteinander von ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen sowie eine sofortige Rückkehr an den Verhandlungstisch. Außerdem appellierte er an die Unternehmerin, das vorenthaltene Urlaubsgeld doch zur Auszahlung zu bringen. 

"Mit den Verschlechterungen auf der betrieblichen Ebene hier in Ihrer Druckerei zwingen Sie uns zum Handeln. Die Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden, die Zahlung von Nachtzuschlägen erst ab 22 Uhr und die Kürzung des Weihnachts- und Urlaubsgelds - so wie das mit neuen Arbeitsverträgen in Ihrem Betrieb passiert - muss gestoppt werden", erklärte auch der zuständige Wirtschaftsbereichssekretär Christian Schuster. 

"UnternehmerInnen, die Arbeitsbedingungen verschlechtern, sind keine Opfer, sondern Täter. Aber auch die Wirtschaftskammer spielt eine eigenartige Rolle", meinte Karl Dürtscher, stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp. Es wäre Aufgabe der Wirtschaftskammer, für faire Rahmenbedingungen in der Branche zu sorgen. "Hier werden aber schwarze Schafe geschützt und Verhandlungen für einen Kollektivvertrag verzögert. Das ist nicht das, was wir unter Sozialpartnerschaft verstehen." Die Vorgangsweise der Firma Klampfer sei auch ein Beispiel dafür, was die Verbetrieblichung der Lohn- und Gehaltspolitik bedeute, so Dürtscher abschließend: "Da wird schnell klar, dass die Unternehmen gewinnen und die ArbeitnehmerInnen verlieren. Das können und werden wir nicht akzeptieren, wir fordern die Wirtschaftskammer dazu auf, sich nicht länger Verhandlungen für einen Kollektivvertrag zu verweigern!"

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