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Steiermark

Lehrstellenförderung muss neu geregelt werden

"Jugendliche müssen darauf vertrauen können, dass sie auch gut ausgebildet werden, wenn sie einen Lehrbetrieb gefunden haben. Dafür muss die künftige Regierung sorgen", fordert Manuel Trausenegger, Vorsitzender der Gewerkschaftsjugend Steiermark, anlässlich des Tags der Lehre am 23. Oktober.

„Derzeit schaffen viele Lehrlinge die Lehrabschlussprüfung nicht oder treten erst gar nicht zur Prüfung an, da sie nicht gut genug vorbereitet wurden.“ Die ÖGJ fordert daher eine Neuregelung der Lehrstellenförderung, die auch Qualitätsstandards sicherstellt.

Ein wichtiger Schritt zu mehr Qualität wäre die Einführung einer verpflichtenden Teilprüfung, die auf die Lehrabschlussprüfung angerechnet wird. „Das senkt den Druck auf die Lehrlinge, die Jugendlichen wüssten, was sie können, und die Qualität der Ausbildung wäre überprüfbar.“ Auch mit mehr Kontrollen über die tatsächliche Ausbildungstätigkeit und regelmäßigen Weiterbildungen der AusbildnerInnen könnten die Drop-Out-Raten gesenkt werden.

Auch die Finanzierung der Lehrausbildung muss neu geregelt werden. Trausenegger: „80 Prozent der Betriebe in Österreich, die ausbilden könnten, weigern sich. Derzeit springt der Staat ein und übernimmt die Ausbildung der Jugendlichen sowie die entstehenden Kosten.“Die ÖGJ fordert einen Ausbildungsfonds (Fachkräftemilliarde), in den Betriebe einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten, und aus dem Betriebe, die ordentlich und qualitativ hochwertig ausbilden, Förderungen erhalten. Der Fonds soll durch ein Prozent der Jahresbruttolohnsumme durch die UnternehmerInnen finanziert werden.

ÖGJ fordert Übernahme der Internatskosten durch Betriebe

Betriebe sollen außerdem dazu verpflichtet werden, die Kosten für das Berufsschulinternat zu übernehmen, denn das Internat wird für Lehrlinge oft zur Schuldenfalle. Vor allem bei Gastgewerbe-Lehrlingen und FriseurInnen fressen die Internatskosten oft die gesamte Lehrlingsentschädigung auf. „Es werden jene Lehrlinge bestraft, für die es keine Berufsschule am Wohnort gibt und die daher im Berufsschulinternat übernachten. Es muss endlich eine Regelung geben, die für alle gilt, nämlich dass die Firmen die Internatskosten übernehmen“, sagt Trausenegger. In einigen Kollektivverträgen, zum Beispiel in der Metallindustrie, ist bereits klar geregelt, dass die Lehrbetriebe die Internatskosten für ihre Lehrlinge übernehmen müssen.  

Rückfragen:
Tanja Bernhardt, ÖGB Jugendsekretärin in der Steiermark
0316-7071-221 oder tanja.bernhardt@oegb.at

Dr. Martin Fill, ÖGB Steiermark - Presse
Tel. 0664 6145 173 oder martin.fill@oegb.at

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