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Tirol
Thomas Spiegl, Vorsitzender der Gewerkschaftsjugend Tirol

Meilenstein gegen Lehrlingsarmut

ÖGJ-Forderung erfüllt, vor allem Frauen als Gewinnerinnen

Gestern hat der Nationalrat eine langjährige Forderung der Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) umgesetzt und die Übernahme der Berufsschul-Internatskosten für Lehrlinge beschlossen. „Ein sozialpolitischer Meilenstein für die Lehrlinge! Denn künftig zahlt die Internatskosten der Insolvenzentgeltfonds, und die Lehrlinge müssen nicht mehr länger ihre Lehrlingsentschädigung an die Internatsbetreiber überweisen“, freut sich Thomas Spiegl, Vorsitzender der ÖGJ Tirol. Möglich geworden ist der Beschluss auch auf Druck der ÖGJ, die mit der Kampagne www.internatskosten.at mehr als 20.000 Unterstützungserklärungen für das Gratis-Internat sammeln konnte.

Lehrlinge und Unternehmen profitieren, Budget wird nicht belastet
„Ein Win-Win-Konzept“, so Spiegl, „denn erstens werden die Lehrlinge nicht zu Working poor, zweitens profitieren die Ausbildungsbetriebe, drittens werden sie deshalb im Optimalfall mehr Lehrlinge aufnehmen, und viertens wird das Bundesbudget nicht belastet.“ Finanziert werden die Internatskosten nämlich aus dem Insolvenzentgeltfonds, der ohnehin für die Lehrstellenförderung zuständig ist, und der über Rücklagen von 450 Millionen Euro verfügt. Die jährlichen Kosten werden hingegen nur 60 Millionen Euro betragen.

Frauen profitieren mehr
„Ein großer Erfolg ist das Gratis-Internat vor allem für Frauen“, weiß Spiegl. Viele von ihnen lernen Berufe in Branchen mit niedrigen Lehrlingsentschädigung. Männliche Lehrlinge sind hingegen überwiegend in Branchen zu finden, wo nicht nur die Lehrlingsentschädigungen höher sind, sondern auch die Internatskosten aufgrund von kollektivvertraglichen Regelungen von den Unternehmen übernommen werden.

Künftig zwölf statt zehn Lehrlingen
In diesen Branchen erwartet die ÖGJ, dass die Unternehmen künftig wieder mehr Lehrlinge aufnehmen, denn die Übernahme der Internatskosten bedeutet für sie eine enorme Kostenentlastung. Spiegl rechnet vor: „Ein Betrieb mit zehn Lehrlingen spart sich künftig pro Jahr 10.000 Euro. Um dieses Geld können ein bis zwei zusätzliche Lehrlinge eingestellt werden.“

Wohlgemuth kündigt 16-Punkte-Programm an
„Wir arbeiten derzeit an einem Programm zur Aufwertung der Lehre, das insgesamt 16 Punkte umfassen wird. Die Abschaffung der Internatskosten ist ein erster wichtiger Schritt zur Attraktivierung der Lehre. Weitere werden aber folgen müssen, um wieder mehr junge Menschen für eine Lehrausbildung zu begeistern und dem Fachkräftemangel begegnen zu können“, so Tirols ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth. Wohlgemuth, der seine Laufbahn bei der Gewerkschaft zuerst als Funktionär und dann als Jugendsekretär begann, kämpft seit zehn Jahren für die Abschaffung der Internatskosten. „Dementsprechend freue ich mich über diesen Nationalratsbeschluss!“

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