Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Tirol

Widerstände gegen LKW-Maut endlich aufgeben!

Tausende neue Arbeitsplätze und Ausbauoffensive im öffentlichen Verkehrsnetz als positive Effekte

Anlässlich der jüngst veröffentlichten Zahlen, wonach der Schwerverkehr in Tirol im Vorjahr um 8 Prozent bzw. 2.250 Mio. Transitfahrten angestiegen ist, fordert Tirols ÖGB-Vorsitzender und vida-Geschäftsführer Philip Wohlgemuth das Land Tirol auf, seine Widerstände gegen eine flächendeckende LKW-Maut endlich aufzugeben. Das sektorale Fahrverbot sieht er als positiven Ansatz, aber zu wenig wirkungsvoll. „Wahltaktische Überlegungen dürfen keine Rolle spielen, wenn es um Umweltschutz, Kostenwahrheit und Wettbewerbsgerechtigkeit im Sinne der Bevölkerung geht. Auch immer wieder vorgebrachte Argumente, dass eine Ausweitung der LKW-Maut auf das gesamte Straßennetz zu deutlichen Preissteigerungen für Konsumenten führen, sind längst widerlegt. Die von der AK dazu berechneten möglichen Preissteigerungen sind mehr als gering. So würde etwa ein Kilo Kartoffeln um 0,1 Cent mehr kosten oder eine Packung Milch um 0,2 Cent. Für diese winzigen Beträge ließen sich abertausende Arbeitsplätze, bessere Straßen und eine Ausbauoffensive im öffentlichen Verkehrsnetz erreichen“, ist Wohlgemuth überzeugt.


Er fordert eine fahrleistungsabhängige, flächendeckende Maut für LKW ab 3,5 Tonnen auf Landes- und Gemeindestraßen und eine gesetzlich verankerte Zweckwidmung der eingenommenen Mautmittel in Höhe von 75% für die Straßeninstandsetzung und 25% für den öffentlichen Verkehr. „So könnten wir den Gemeinden unter die Arme greifen, für Straßensanierungen aufzukommen und den öffentlichen Personennahverkehr finanziell zu unterstützen. Außerdem fallen wirtschaftlich uninteressante Transporte weg, ich erinnere nur an das berühmte Beispiel der Kartoffeln, die zum Waschen über den Brenner geschickt wurden und retour“, so Wohlgemuth.

Lohn- und Sozialdumping auf dem Vormarsch
Himmelschreiende Fälle von Sozialdumping und Ausbeutung der Beschäftigten im Straßengüterverkehr sind in Europa an der Tagesordnung. „Lohn- und Sozialdumping reißen durch den grenzüberschreitenden Straßengütertransport aufgrund fehlender Kontrollen immer mehr in Österreich ein und fallen den ehrlichen Frächtern und den Güterbahnen in den Rücken. Bahnen müssen Schienenmaut entrichten, die LKW fahren dagegen auf 98 Prozent des Straßennetzes gratis. Eine LKW-Maut würde das Ungleichgewicht beheben“, ist auch Günter Mayr, Vorsitzender der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida Tirol, überzeugt.

Fahrbahnschäden 540.000mal so hoch wie bei PKW
Aufgrund der Autobahnflucht und Zuliefertätigkeiten hat sich der LKW-Schwerverkehr in hohem Ausmaß auf Landes- und Gemeindestraßen verlagert. „Die Belastung einer Straße durch einen schweren LKW mit 4 Achsen und 30 Tonnen ist 540.000-mal so hoch wie im Vergleich zu einem PKW. Die dadurch verursachten Fahrbahnschäden sind nicht gedeckt“, warnt Wohlgemuth. Der Erhalt der Landes- und Gemeindestraßen sei ein wichtiges Element für florierende Regionen und die Mobilität der Menschen. „Ich frage mich, worauf man noch wartet, wenn laut Länderangaben in der Kosten-Nutzenrechnung jährlichen Systemkosten für eine Maut-Ausweitung von 75 Millionen Euro zu erwartende Einnahmen von 650 Millionen Euro gegenüberstehen?“, so Wohlgemuth abschließend.

Artikel weiterempfehlen

Newsletterauswahl

Tirol Info@News

Geschlecht
Geschlecht:
Name
© Österreichischer Gewerkschaftsbund | Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Inhalt