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Tirol

Nagele zu 100 Jahre Frauenwahlrecht:

„Laut sein aus Respekt vor Vorkämpferinnen“

„Ungleichbehandlung gibt es auch heute noch!“, so Tirols ÖGB-Frauenvorsitzende Silvia Nagele anlässlich des morgigen Weltfrauentags. „In Tirol verdienen Frauen fast ein Viertel weniger als Männer, sie erhalten unglaubliche 40% weniger Pension und verrichten einen Großteil der nicht bezahlten Arbeit. Auch auf dem Weg zu Führungspositionen stoßen Frauen an die ‚gläserne Decke‘. Von echter Gleichstellung sind wir noch meilenweit entfernt!“, ist Nagele überzeugt. Sie will „laut sein, schon aus Respekt vor den Taten unserer Vorkämpferinnen“ und nicht nur am morgigen Weltfrauentag darauf hinweisen.

Quoten überflüssig machen
„Gleichberechtigt sind Frauen erst dann, wenn es keine Ungleichbehandlung mehr gibt. Ich wünsche mir, dass Quoten überflüssig werden!“, so Nagele. Dafür seien entsprechende Rahmenbedingungen notwendig. „Wir fordern unter anderem der Ausbau von flächendeckender, ganztägiger und leistbarer Kinderbetreuung und die Weiterentwicklung der Einkommenstransparenz auf betrieblicher Ebene. Weiterhin auf unserer Agenda steht natürlich die Einführung des kollektivvertraglichen Mindestlohns von 1.700 Euro brutto“, so Nagele. Volle Unterstützung erhält sie dabei von Tirols ÖGB-Vorsitzendem Philip Wohlgemuth: „Viele diese Forderungen finden sich auch im Frauenvolksbegehren, an dem der ÖGB maßgeblich mitgearbeitet hat. Wir fordern daher massiv zur Unterstützung des Frauenvolksbegehrens auf!“. Nagele verweist auf das Beispiel Island, wo das Gesetz gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantiert. „Dort müssen Unternehmen mit mehr als 25 MitarbeiterInnen nachweisen, dass Männer und Frauen gleich bezahlt werden. Nicht umsonst liegt Island laut dem Gender Gap Report von 2016 zum neunten Mal in Folge auf Platz 1, Österreich dagegen auf Platz 52“, so Nagele.

Kritik an Familienbonus
Nagele kritisiert zudem die Regierungspläne zum Familienbonus: „Da verfährt man getreu dem Motto ‚wer hat, dem wird gegeben‘. GeringverdienerInnen können den Bonus gar nicht oder nur gering ausschöpfen, wohingegen BesserverdienerInnen deutlich mehr profitieren. Hier vergisst die Regierung auf zigtausende Kinder von Frauen, die überwiegend in Niedriglohnbranchen arbeiten und auf jeden Cent angewiesen sind!“. Das sieht auch Wohlgemuth so: „Alleinerzieherinnen, die weniger als 1.750 Euro brutto im Monat zur Verfügung haben, schauen durch die Finger. Dabei liegt gerade bei Alleinerziehenden das Armutsrisiko laut Statistik Austria bei 40 Prozent. Familienfreundlichkeit sieht anders aus!“.

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