Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Tirol

Equal Pay Day am 11. Oktober:

„Damit zahle ich ein knappes Jahr Miete“
Philip Wohlgemuth & Karin Brennsteiner
Philip Wohlgemuth & Karin Brennsteiner
Ab dem 11. Oktober arbeiten Tirolerinnen sozusagen bis Jahresende gratis, so die teilzeitbereinigte Statistik der AK Oberösterreich. Umgerechnet sind das 82 unbezahlte Tage bzw. 22,3% oder 10.994 Euro. „Damit zahle ich ein knappes Jahr Miete“, so das traurige Resümee von ÖGB-Frauenvorsitzender Karin Brennsteiner. Die Tirolerinnen hinken dem Bundesschnitt um zehn Tage hinterher. Gemeinsam mit Vertreterinnen des Frauenvolksbegehrens, AEP und den SPÖ-Frauen luden daher die Tiroler ÖGB-Frauen zum gemeinsamen Aktionstag auf den Innsbrucker Marktplatz. 
 

Unbezahlte Arbeit im Vergleich

Immer noch stoßen viele Frauen an die „gläserne Decke“ bzw. arbeiten überwiegend Teilzeit. „Für mich ist der Knackpunkt die sogenannte ‚unbezahlte Arbeit‘ – sprich Kindererziehung, Pflege und Haushalt. Denn wer viel unbezahlt arbeitet, muss bei der bezahlten Erwerbsarbeit zurückstecken“, zeigt ÖGB-Vorsitzender Philip Wohlgemuth auf. Er verweist auf eine Zeitverwendungserhebung der WU Wien, laut der in Österreich erwerbstätige Frauen im Schnitt 27 Stunden in der Woche unbezahlt arbeiten, Männer 16.

 

Rahmenbedingungen überfällig

„Aus diesem Grund brauchen wir endlich eine vernünftige soziale Infrastruktur. Wir kommen um einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen mit Schwerpunkt auf regionalen Bereichen, den Rechtsanspruch auf einen kostenlosen Kinderbetreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr sowie einen Ausbau professioneller Pflege- und Betreuungsangebote, vor allem bei der ambulanten Tagesbetreuung nicht herum. Das alles ist überfällig!“, so Wohlgemuth. Auch wenn diese Forderungen mittlerweile ein alter Hut seien – „wir warten ja noch immer auf die Umsetzung!“

 

Absage an private Pflegeversicherung

Ein klares Nein kommt hingegen zur privaten Pflegeversicherung. „Eine Pflegeversicherung würde zu einer Verschiebung der Finanzierungslast führen, und zwar hin zu den ArbeitnehmerInnen und den Arbeitgebern“, warnt Brennsteiner. Vielmehr befürwortet sie die Einführung einer sogenannten Millionärssteuer, denn „vor allem Menschen mit niedrigen Einkommen müssen jetzt schon einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens für Sozialversicherungsbeiträge aufwenden und könnten sich eine zusätzliche Versicherung nicht leisten!“

 

Artikel weiterempfehlen