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Vorarlberg

12-Stunden-Arbeitstage am Bau unvorstellbar

Gewerkschaft Bau-Holz warnt: "12 Stunden Arbeitstage können am Bau tödlich sein!"

„Wir müssen die ArbeitnehmerInnen vor Gefahren schützen und nicht zusätzlich gefährden“, kritisiert der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Gerhard Flatz, die jüngste Einigung zwischen ÖVP und FPÖ auf eine Anhebung der Höchstgrenze der Arbeitszeit auf 12 Stunden täglich und 60 Stunden wöchentlich. „Am Bau können derart lange Arbeitstage höchst gefährlich sein“, stellt Flatz klar.

Flatz warnt vor den Folgen längerer Arbeitstage: „Je länger wir durcharbeiten, desto eher nimmt die Konzentration ab, die Fehleranfälligkeit und Unfallgefahr steigen. Das kann am Bau tödlich enden.“ Die bestehenden Arbeitszeitgesetze seien auch "Schutzgesetze“ – sie dienen dem Schutz der Gesundheit der ArbeitnehmerInnen. Eine hohe Arbeitsbelastung setze der Gesundheit auf Dauer massiv zu. Flatz veranschaulicht eine weitere Problematik anhand eines einfachen Beispiels: „niemand kann wirklich glauben, dass Schwerarbeiter einen 12-Stunden-Arbeitstag bei 35 Grad Plus im Sommer und bei minus 10 Grad im Winter gesundheitlich ohne Schäden überstehen. Aber davon wollen ÖVP und FPÖ, die Erfüllungsgehilfen der Unternehmen, offenbar nichts wissen.“

Für Flatz wird der 12-Stunden-Arbeitstag auch mit einem Etikettenschwindel verkauft. "Sind ArbeitnehmerInnen ohne Vertretung durch einen Betriebsrat auf eine Einzelvereinbarung mit ihrem Arbeitgeber angewiesen, dann hat das nichts mit Entscheidungsfreiheit zu tun, sondern primär mit Druck. Die ArbeitnehmerInnen werden sich aus Angst um ihren Job den Wünschen ihres Arbeitgebers beugen", ist Flatz überzeugt. „Die angeblichen ‚neuen Gerechtigkeits-‘ und ‚Fairness‘-Parteien haben sich nun endgültig demaskiert“, so Flatz. „Sie ermöglichen mit ihrer Klientelpolitik einen Lohnraub durch die Hintertür.“

Flatz betont, dass es bereits jetzt flexible Arbeitszeitmodelle in den Kollektivverträgen gibt. „Sie werden von den ArbeitgeberInnen meist nicht genutzt, weil sie sich die Überstundenzuschläge sparen wollen. Fakt ist, dass in Österreich keine einzige Baustelle oder ein Auftrag aufgrund von mangelnder Flexibilität bei den Arbeitszeiten nicht zeitgerecht fertiggestellt wurde.“ Flatz ist bereit, auf Sozialpartnerebene, „wie in der Vergangenheit auch“, über praxisbezogenen Modelle zu verhandeln. „Anschläge auf die Einkommen und die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen werden wir aber auf keinen Fall tolerieren“, stellt Flatz abschließend klar.

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