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Vorarlberg
ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker zum Fachkräftemangel

Mehr Lehrlinge gegen Fachkräftemangel

ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker: „Wer sich über den Fachkräftemangel wundert, hat die letzten Jahre verschlafen!“

Die Jobmesse an der FH Vorarlberg hat einmal mehr den großen Bedarf an Fachkräften aufgezeigt. „Neben der akademischen Ausbildung kann nur durch eine verstärkte Lehrausbildung dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegengewirkt werden“, betont ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker. Auch der ehemalige Lehrlingsbeauftragte, Egon Blum, sieht die Entwicklung kritisch: „Die Zahl der Lehrlinge ist stetig zurückgegangen.“ Die Maßnahmen der Bundesregierung gehen für Loacker in die falsche Richtung. Auch Blum vermisst noch die zugesagten Optimierungsprojekte zur Aufwertung der dualen Ausbildung und zur Schaffung neuer betrieblicher Lehrstellen. 

Loacker und Blum appellieren seit Jahren an die Betriebe, mehr Lehrlinge auszubilden. Außerdem fordern sie von der Regierung, Maßnahmen zu setzen, um die Qualität der Lehre weiter zu verbessern. „Wenn die Arbeitsbedingungen und die Ausbildungsqualität passen, interessieren sich Jugendliche vermehrt für die Lehre. Die Betriebe tun sich wiederum bei der Suche leichter“, sieht der ÖGB-Landesvorsitzende eine „Win-win-Situation“. Egon Blum betont: „Die neue Regierung und die Betriebe müssen die Chancen und ihre Verpflichtung erkennen, richtungsweisende und überzeugende, Akzente zu setzen.“ Laut Zahlen der Wirtschaftskammer standen mit Ende des letzten Jahres 7.026 Lehrlinge in Vorarlberg in Ausbildung. Das ist ein leichtes Plus (0,75%) gegenüber dem Vorjahr. Loacker betont jedoch: „In Vorarlberg wurden in den vergangenen Jahren immer weniger Lehrlinge ausgebildet.“ 2008 gab es mit 8.175 Lehrlingen den bisherigen Höchststand. Die Zahl der Lehrlinge hat sich bis heute um 14 Prozent oder um 1.149 verringert. Blum bedauert vor allem, dass auch immer weniger Betriebe Lehrlinge ausbilden – ihre Zahl sank von 2.435 auf 1.908 (-21,6%).

Damit mehr Lehrlinge ausgebildet werden, hat der ÖGB das Modell der „Fachkräftemilliarde“ entwickelt. Es handelt sich um einen Ausbildungsfonds, in den Firmen einzahlen, die nicht ausbilden, obwohl sie es könnten. Mit dem Geld werden wiederum Betriebe gefördert, die eine qualitativ hochwertig Ausbildung anbieten. Loacker hält auch den „Blum-Bonus NEU“ für sinnvoll. Blum und Loacker sind sich dabei einig, dass es neben einer Förderung von Betrieben auch eine stärkere Qualitätskontrolle braucht. „Es gibt noch viel zu viele Lehrabbrecher und zu Viele, die durchfallen“, so Blum. Durch eine Qualitätssicherung zur Mitte der Ausbildung, ließe sich diese Zahl laut Blum verringern.

„Die von der Bundesregierung geplante Ausweitung der Mangelberufsliste schafft keine Anreize, mehr Lehrlinge auszubilden“, kritisiert Loacker. „Wird die Mangelberufsliste weiter ausgeweitet, wird nur Lohndumping Tür und Tor geöffnet.“ Aus Sicht von Blum zeigt die Mangelliste auf, „wo wir in Österreich unsere Ausbildungsaktivitäten zu verstärken haben. Fachkräfte außerhalb von Österreich zu holen, bedeutet Reparatur – Fachkräfte selbst auszubilden Prävention“, so Blum. „Die einzige nachhaltige Maßnahme ist, in die Lehrausbildung zu investieren - gerade in wirtschaftlich guten Zeiten“, appelliert Loacker abschließend noch einmal an die Betriebe, mehr Ausbildungsplätze anzubieten.

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