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Vorarlberg
ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer fordert längere Öffnungszeiten in Kindergärten

Teilzeit ist Hauptursache für Frauenarmut

Mangelnde Kinderbetreuung sorgt für hohe Teilzeitquote bei Frauen und drängt sie in die Altersarmut

Die jüngste AK-Studie zeigt: mangelnde Kinderbetreuung bleibt das Hauptmotiv für einen Teilzeitjob. Vor allem Frauen müssen häufig unfreiwillig in Teilzeit gehen. Das verschärft wiederum das Problem der Altersarmut. „Die vom Land heute vorgestellten Investitionen im Bereich der Kinderbetreuung sind zwar löblich – was Öffnungszeiten und Schließtage angeht, gibt es aber in Vorarlberg noch akuten Aufholbedarf“, hält ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer fest. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bleibe in Vorarlberg oft ein Wunschgedanke.

Die AK-Studie zeigt auf, dass trotz der Investitionen im Bereich der Kinderbetreuung die Teilzeitquote nach wie vor steigt. „Das Engagement der Städte und Gemeinden zur Verbesserung der Situation ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, hält Auer positiv fest. Vom Land hätte sie sich jedoch mehr erwartet. „Ein Plus im Budget von 3,4 Prozent ist nicht der große Wurf.“ Gerade bei den Öffnungszeiten und den Schließtagen fordert die ÖGB-Landesgeschäftsführerin massive Verbesserungen. „Will das Land den Menschen wirklich Wahlfreiheit geben, müssen die entsprechenden Angebote geschaffen werden“, fordert Auer. In Vorarlberg schließt mehr als die Hälfte der Kindergärten bereits am Nachmittag. Mit 36,5 Schließtagen liegt Vorarlberg im negativen Spitzenfeld, wie die Zahlen von Statistik Austria zeigen. „Hier herrscht viel Aufholbedarf“, hält Auer fest.

Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten an den unselbständig Erwerbstätigen in Österreich hat sich laut der aktuellen AK-Studie von 1996 bis 2016 auf 28,9 Prozent mehr als verdoppelt. Die hohe Teilzeitquote verschärft das Problem der Altersarmut, die gleichzusetzen ist mit Frauenarmut. 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten sind weiblich. „Viele von den Frauen in Altersarmut sind Mindest- oder gar Nullrentnerinnen, weil sie aufgrund niedriger Einkommen und längerer Teilzeitphasen nicht genug Versicherungsjahre nachweisen können“, erklärt Auer. Nach Erhebungen des AMS ist der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen mit weniger als 25 Stunden pro Woche in zehn Jahren auf 27 Prozent gestiegen.

Trotz des stetigen Ausbaus der Kinderbetreuung ist die Teilzeitquote weiter angestiegen. „Die Bemühungen müssen deshalb deutlich verstärkt werden“, ist Auer überzeugt. Dabei muss auch die Arbeit der Beschäftigten im Kindergartenbereich gesellschaftlich wie auch finanziell stark aufgewertet werden. „Nur so lässt sich der derzeitige Engpass beim Personal auf Dauer beheben“, ist Auer überzeugt. „Es braucht ein nachhaltiges Maßnahmenpaket für die Betreuungseinrichtungen und das Personal“, fordert Auer in Richtung Landes- und Bundesregierung.

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