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Vorarlberg
ÖGB-Landesvorsitzender Loacker fordert, dass die Einnahmen durch die Umsatzsteuersenkung in der Hotellerie in das Personal investiert werden.

Steuersenkung: nur Wahlzuckerl für Hoteliers?

ÖGB-Landesvorsitzender Loacker: „Einnahmen durch Umsatzsteuersenkung in Beschäftigte investieren!“

Die Bundesregierung will Tourismusbetriebe steuerlich entlasten, in dem die Umsatzsteuer für Nächtigungen von 13 auf zehn Prozent gesenkt wird. „Die WKV bezweifelt, ob die Steuersenkung beim Hotelgast ankommt – ich bin mir sicher, dass kein Cent ankommt. Aber die Beschäftigten müssen zumindest etwas davon haben“, fordert ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker. „Die Steuerersparnis muss umgehend in bessere Rahmenbedingungen für die MitarbeiterInnen investiert werden“, ist für Loacker klar. Die Hoteliers würden sich aber wohl nur über höhere Einnahmen durch das Wahlzuckerl der Bundesregierung freuen.

„Wenn die zusätzlichen Einnahmen durch die Umsatzsteuersenkung nicht den Gästen durch niedrigere Preise zu Gute kommen, wem dann?“, stellt Loacker die Frage in den Raum, ob ausschließlich die Hoteliers profitieren. Für Loacker steht fest: „Es gibt genügend Baustellen im Tourismus – die größte ist, ordentliche Arbeitsbedingungen zu schaffen.“ Die zusätzlichen Einnahmen müssten sofort in das Personal investiert werden. „Attraktive Arbeitgeber haben auch keine Probleme genügend Fachkräfte und Personal zu finden“, betont Loacker angesichts des Mangels an Saisonkräften. Was es neben höheren Löhnen vor allem benötige sei Dienstplansicherheit. Die Beschäftigten würden Planbarkeit und nicht Dienst auf Abruf brauchen. „Dazu bedarf es einer entsprechenden Dienstplangestaltung, die nur durch eine ausreichende Personaldecke möglich ist“, hält Loacker fest. 

Der ÖGB-Landesvorsitzende kritisiert, dass die Wirtschaftskammer Vorarlberg mit der Umsatzsteuererhöhung im Vorjahr erneut die Löhne als Hauptgründe für Preissteigerungen im Tourismus nennt. „Überall müssen die Löhne steigen, denn das Leben wird bekanntlich immer teurer. Diese Jammerei auf Kosten der MitarbeiterInnen muss endlich aufhören“, fordert Loacker. Die Tourismusverantwortlichen hätten sogar noch Einiges aufzuholen. „Die Zahlen aus den Tourismusschulen belegen, wie unattraktiv ein Job in der Gastronomie und Hotellerie sein muss“, betont Loacker. Lediglich 10 Prozent der Schüler der 5-jährigen Höheren Lehranstalt für Tourismus bleiben in der Branche. Bei der 3-jährigen Ausbildung sind es 50 Prozent.

Kritik äußert Loacker einmal mehr am Zickzackkurs der ÖVP. „Jene, die den Aufschlag auf den Übernachtungspreis mit der Steuerreform 2015 mitbeschlossen haben, sind jetzt die Ersten, die ihn wieder senken wollen“, erinnert Loacker daran, dass die Steuererhöhung unter ÖVP-Finanzminister Schelling in Kraft getreten ist. „Es war jedoch im Herbst ein willkommenes Thema, um daraus ein Wahlzuckerl für Wahlkampfsponsoren zu machen“, ortet Loacker auch Wahlkampftaktik hinter dem Vorhaben.

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