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Vorarlberg
Mit einem emotionalen Video wenden sich die ÖGJ-Mitglieder an die Öffentlichkeit.

ÖGJ fordert Lehre für AsylwerberInnen

Vorarlberger Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) rüttelt mit Video auf und fordert: „Stoppt die unmenschliche Abschiebung von AsylwerberInnen in einer Lehrausbildung!“

Mit einem emotionalen Video richten sich Mitglieder der ÖGJ-Vorarlberg an die Öffentlichkeit und rufen die Bundesregierung zu mehr Menschlichkeit und zur Einsicht auf. Hintergrund ist der Abschiebeversuch eines Lehrlings in einem Gastronomiebetrieb in Lustenau und die geplante Abschaffung der Möglichkeit für AsylwerberInnen, eine Lehrausbildung in Mangelberufen zu absolvieren. „Bei dieser Bundesregierung ist offensichtlich jeder Funke von Menschlichkeit verloren gegangen. Ohne Skrupel werden hier Menschen weggeschafft, die einen Beitrag für die Gesellschaft leisten wollen“, kritisiert ÖGJ-Landesvorsitzender Lucas Schweigkofler. Die Bundesregierung handle blind und rein aus populistischem Antrieb. „ÖVP und FPÖ muss klar sein, dass auch die Wirtschaft von dem Modell stark profitiert“, betont Schweigkofler.

Mitglieder der ÖGJ-Vorarlberg, der größten Jugendorganisation des Landes, wenden sich in einem Video, das auf Facebook und YouTube zu finden ist, an die Öffentlichkeit. „Wir fordern diese unmenschlichen Abschiebemethoden, wie es sie in Lustenau gegeben hat, sofort zu stoppen. Und wir fordern die Beibehaltung der Möglichkeit für AsylwerberInnen eine Lehre in Mangelberufen absolvieren zu können“, fasst ÖGJ-Landesvorsitzender Lucas Schweigkofler die Anliegen der jungen GewerkschafterInnen zusammen. „Die Bundesregierung betreibt Populismus der übelsten Sorte – auf dem Rücken der vor Terror und Krieg geflüchteten Jugendlichen. Dieses Vorgehen ist nicht nur unmenschlich, sondern abscheulich“, bringt es Schweigkofler auf den Punkt. „Deshalb müssen wir für die Betroffenen aufstehen und uns für sie stark machen“, plädiert Schweigkofler für mehr Menschlichkeit.

„Wir sind überzeugt, dass Arbeit der beste Weg zu einer erfolgreichen Integration ist“, betont Schweigkofler. „Durch die Rückmeldungen von Betrieben wissen wir, dass gerade AsylwerberInnen, die eine Chance bekommen, auch besonders motiviert sind. Es ist daher völlig unverständlich warum die Bundesregierung, die stets mangelnden Integrationswillen erkennen will, gerade jene Menschen bestraft, die die Sprache lernen, sich einen Job suchen und sich mit allen Mitteln integrieren wollen“, kritisiert Schweigkofler und ergänzt: „Wenn die Bundesregierung keinen Wert auf eine erfolgreiche Integration legt, dann müsste ihr doch wenigstens der wirtschaftliche Nutzen einleuchten.“ Laut Statistik sind fast die Hälfte aller AsylwerberInnen, die eine Lehre machen, in der Gastronomie beschäftigt, wo es seit Jahren einen Fachkräftemangel gibt. „Die Gastronomie- und Tourismusbetriebe sind auf die AsylwerberInnen angewiesen“, betont Schweigkofler.

Die Mitglieder der ÖGJ-Vorarlberg fordern, das in Deutschland bewährte Modell „3plus2“ bei jungen AsylwerberInnen in Lehre umzusetzen. „3plus2“ sieht vor, dass Lehrlinge während ihrer 3-jährigen Lehrzeit und den ersten beiden vollen Arbeitsjahren nicht abgeschoben werden dürfen. Dieses Modell wird auch von Wirtschaftsseite unterstützt. Zudem soll in dieser Zeit intensiv geprüft werden, ob je nach Integrationsstand, ein positiver Asylbescheid ausgestellt werden kann. Auch der ÖGB-Landesvorstand hat sich bereits in einer Resolution für die Beibehaltung der Möglichkeit zur Lehrausbildung von AsylwerberInnen stark gemacht und die Einführung des deutschen „3plus2“-Modells gefordert.

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